Wirtschaft braucht Zuwachs

Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz sieht die Autobahn 14 auch als Wirtschaftsmotor. Foto: Stadt Stendal

red Altmark. Als Stendaler Oberbürgermeister stelle ich fest, jeder neue Streckenkilometer für die überregionale Autobahnanbindung unseres Landes ist ein notwendiger Beitrag zur Wirtschaftsförderung. Es ist keine polemische Begründung, sondern die im Süden des Landes schon fertig gestellte A14 bestätigt diese Aussage. Die wirtschaftliche Entwicklung ist dort im Zuge des Aufschwungs-Ost sehr deutlich sichtbar. Auch unsere Region muss davon profitieren können.

Erst durch die Wirkung aller verkehrswirtschaftlichen Funktionen der A14 Nord, die insbesondere in der Anbindung der Altmark an das überregionale Verkehrsnetz besteht, können die angestrebten Wirtschaftseffekte Realität werden. Für die Bürger bedeutet es heute schon, dass Pendler ihren Arbeitsplatz schneller erreichen würden und mancher die Altmark als Wohnregion weiterhin bevorzugt. Vergessen wir nicht die mit der A14 verbundene Erschließung der regionalen Entwicklungsachsen von Süd- nach Norddeutschland. Viele Unternehmer der Altmark brauchen einen größeren Markt, als ihn die Altmark bietet, um zu überleben.

Selbstverständlich werden mit dem Autobahnprojekt von Magdeburg nach Schwerin die berechtigten Erwartungen für neue Arbeitsplätze verbunden. Die ostdeutsche Wirtschaft braucht deutlich mehr Zuwachs, denn die bisherigen umfangreichen Investitionen in die Infrastruktur konnten das große Defizit zum Beispiel auch in unserer Region bisher noch nicht beseitigen. Die Stabilisierung der Wirtschaft vor Ort und die Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West erfordern es, weiterhin im Bundesverkehrswegeplan den Schwerpunkt deutlich auf den Ausbau der Bundesverkehrswege in den neuen Bundesländern zu legen. Die Autobahnverbindung A14 zwischen Magdeburg und Schwerin erfüllt für die bisher größte nicht durch Autobahnen erschlossene Region Deutschlands eine Lückenschlussfunktion.

Jeder sollte die Verlängerung der A14 von Magdeburg nach Norden auch etwas selbstlos sehen, denn mit dem Bau entsteht eine Verkehrsachse, die nicht nur für Deutschland von großer Bedeutung ist. Dieser Autobahnneubau ist zugleich eine wichtige Voraussetzung, um die mit der EU-Osterweiterung verbundene Veränderung der Verkehrsströme bewältigen zu können. Die Nordverlängerung der A14 wird dazu beitragen, dass benachbarte Regionen im Norden Deutschlands enger miteinander verbunden werden und gleichzeitig eine leistungsfähige Anbindung an das europäische Straßennetz erhalten. So sieht das auch der Verkehrsminister Dr. Karl-Heinz Daehre in Magdeburg.

Neben der wirtschaftlichen Seite darf nicht übersehen werden, dass die neue Autobahn ebenfalls allen Bürgern dient, wenn der Verkehr sich nicht mehr durch kleine Ortschaften zwängen muss, dort Abgase in die Fenster bläst und oft unerträglichen Krach erzeugt. So geht es gleichfalls um Umweltschutz und Verkehrssicherheit.

ALTMARK. In unregelmäßigen Abständen äußern sich die Autobahn-Befürworter BASTA 14 zum geplanten Bau der A14. Im heutigen Teil Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz. Er schreibt

Als Oberbürgermeister kann ich die verantwortlichen Minister in Magdeburg und Berlin nur bitten, im Namen der Bewohnerinnen und Bewohner der Altmark, um ihren ganzen Einsatz für den schon längst fälligen sofortigen Baubeginn. Die geplante Strecke muss möglichst in kurzer Zeit vollständig unter Verkehr genommen werden können, damit die zeitnahe Verkehrswirksamkeit für alle davon profitierenden Bundesländer greift.

Die 160 Kilometer Autobahn, um die es geht, kosten rund 600 Millionen Euro. Von der Strecke gehen rund 100 Kilometer durch Sachsen-Anhalt und da kann man sicher die berechtigte Hoffnung haben, dass heimische Unternehmer mit daran bauen und so Arbeitsplätze für weitere Jahre sichern.

Erschienen: 28.12.2007: sdl / 302 / Seite:2

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