Willkommen...

. . . im Winter, dachte sich Uhlenköper neulich. Er hatte einen mehr als zwei Stunden dauernden Außentermin und wusste, dass er sich dick einzumummeln hatte – schließlich gehört er zu der Spezies der Frostköttel.

Und so schlüpfte unser Mann in ein Paar dicke Socken, damit in ein Paar gefütterte Stiefel, weiter in eine dicke Daunenjacke samt Pelzkapuze, zog sich Handschuhe an und knotete sich einen Schal um den Hals. Kann nichts schief gehen, dachte er sich zufrieden. Aber: Pustekuchen! Kaum angekommen, merkte er schon, dass der eisige Wind ihm flugs die Nase rötete. Nicht nur das: die Augen tränten, die Wangen brannten im Frost. Kurz darauf spürte er auch seine Füße nicht mehr – erst waren die Zehen taub, dann der Rest. Die Kälte zog nach etwa einer Stunde weiter die Beine hoch. Uhlenköpers Oberschenkel prickelten. Die Handschuhe zog er irgendwann aus, um sich die Hände unter der Jacke zu wärmen – seine Finger waren längst zu Eiszapfen geworden. Als er am Ende des Termins zu seinem Auto ging, fühlte er sich wie eine Marionette: Füßchen vor Füßchen setzte er wie mechanisch voreinander und spürte dabei – nichts. Im Auto nahm er die Kapuze ab und blickte in den Spiegel: die Ohren knallrot. Aber nicht vor Kälte, sondern weil sie im Pelz so heiß geworden waren. – Wenigstens etwas, das funktioniert, seufzte.

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