„Westtrasse nimmt Uelzen Entwicklungschance"

Uelzen - Von Marc Rath. "Das ist eindeutig", freute sich Bürgermeister Otto Lukat (SPD) gestern. Am Montag hatte sich der Verwaltungsausschuss in seiner nichtöffentlichen Sitzung einstimmig für die im Raumordnungsverfahren favorisierte Osttrasse der geplanten Autobahn 39 ausgesprochen.

Die stimmberechtigten Mitglieder von CDU und SPD beließen es nicht bei dieser Stellungnahme. In einem Ergänzungsantrag folgte der Verwaltungsausschuss einer Vorlage der Verwaltung und positionierte sich deutlich gegen den von der Stadt Lüneburg favorisierten westlichen Verlauf des Straßenbauprojekts. "Die Westvariante nimmt der Stadt jede städtebauliche Entwicklungschance", verweist der Antrag darauf, dass Uelzen bei dieser Variante "an keiner Stelle" die Möglichkeit hätte, Gewerbe- oder Sonderbauflächen mit direkter Anbindung an eine Anschlussstelle der Autobahn auszuweisen. "Nicht besser" wäre auch die Situation für auf die Autobahn ausgerichtete Wohngebiete für Pendler: "Diese würden bei der Westvariante besser gleich nach Wriedel, Hanstedt I, Ebstorf, Gerdau oder Suderburg gehen", heißt es in dem Antrag, der am nächsten Montag, 19. Juni, vom Stadtrat beschlossen werden soll. Fazit von Verwaltungsausschuss und Verwaltung zur Westtrasse: "Die Verkehrsanbindung der Stadt an die Autobahn wäre denkbar schlecht." In dem Votum für eine Osttrasse sind in den Beschlussvorschlag auch die Ergänzungswünsche der Ortsräte und des Bauausschusses eingeflossen. So sieht der Beschlussvorschlag vor, dass der Stadtrat eine Verlegung der Anschlussstelle Uelzen-Ost um etwa 500Meter nach Westen fordert, damit der Abstand zwischen der Autobahn und der Ortslage von Hanstedt II auf 1000 Meter vergrößert wird. Die Stadt soll zudem nach den Vorstellungen der Kommunalpolitiker dafür Sorge tragen, dass "zeitnah zur Inbetriebnahme der Autobahn 39" eine Ortsumgehung für Gr. Liedern fertig gestellt wird. Dabei soll im Planfeststellungsverfahren auch die Situation für Fußgänger und Radfahrer im Bereich der Kanalbrücken und der B 71 über den Kanal verbessert werden. Angesichts einer höheren Belastung der Bundesstraße 191 sieht die Vorlage Kreisverkehrlösungen in den Bereichen B 191/Klosterstraße/Auf dem Diek und B191/Vor dem Kamp in Pieperhöfen vor. Um sich mit allen Veränderungen im Zuge eines Autobahnbaus zu befassen, will die Verwaltung nach der endgültigen Linienfestlegung für die Autobahn einen neuen Generalverkehrsplan für das Stadtgebiet und Flächennutzungsplanänderungen für die Nahbereiche der Trasse erstellen. Erschienen: 14.06.2006: AZ / 136 / Seite:3

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