Wenn früher...

. . . das Thermometer unter 10 Grad fiel, fing Uhlenköper schon zu frösteln an – er friert eben schnell. Deswegen kann er dem Winter – abgesehen von der wunderbaren Optik verschneiter Landschaften – auch nicht besonders viel abgewinnen.

Ständig von der Nase bis zu den Zehenspitzen eingepackt zu sein, geht ihm jetzt schon auf die Nerven. Aber womöglich braucht er das gar nicht mehr in dem Umfang zu tun wie bislang – denn Uhlenköper hat festgestellt, dass ihm die Kälte nicht mehr so sehr zusetzt wie noch vor Jahren. Ja, er geht morgens sogar im Bademantel schnell auf die Terrasse und füllt das Futterhäuschen für die erwartungsfrohen Piepmätze. Früher undenkbar, heute kein Problem! Er huscht auch mal schnell ohne Jacke zum Holzhaufen, um Nachschub für den Ofen zu holen, und hüpft flink auf Socken durch den Frost zum Mülleimer. Grob gestrickte Pullis mag er gar nicht mehr gern auf der Haut tragen, dafür lieber dünne Shirts und glatte Hemden – und kälter ist ihm deswegen auch nicht. Er wundert sich ein wenig über sich selbst. . . Vielleicht liegt es ja am Alter, dass man die Kälte besser wegstecken kann. (– An Hitzewallungen will er jetzt aber mal lieber gar nicht denken!) Nein, es wird wohl das dicke Fell sein, das er sich im Laufe seines Lebens zugelegt hat. Und das kann man bekanntlich nicht nur im Winter gut gebrauchen, weiß.

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