„Wäre wie eine Zustimmung"

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. Den Röbbelern und Gr. Hesebeckern ist die Lage der Vorzugstrasse für die A39 schon lange ein Dorn im Auge. Wie berichtet, soll die Autobahn genau zwischen den beiden Orten hindurch geführt werden.

Jetzt machte sich die CDU/FDP-Gruppe im Bad Bevenser Stadtrat für eine Verlegung der Trasse stark. Sie beantragte, dass die Stadtverwaltung eine eigene Planung der A39 übernehmen und die Trasse so verschieben möge, dass sie östlich von Röbbel verläuft. Allerdings bissen die Antragsteller bei allen anderen Fraktionen des Rates damit auf Granit. "Populistische Augenwischerei!" polterte Johann-Henrich Vietor für die Wählergemeinschaft WBB und verwies auf einen Ratsbeschluss von 2006, der besagt, dass die Kurstadt sich gegen die Autobahn und wenn überhaupt, dann für die Westtrasse ausspreche. "Eine eigene Planung wäre jetzt wie eine Zustimmung", lehnte Vietor ab. Auch Martin Feller (Grüne) forderte Konsequenz. "Wenn es eine Ehrlichkeit geben und man grundsätzlich ‚Nein‘ zur Autobahn sagen würde, wäre das in Ordnung." Er appellierte, dann auch dem Klagefonds gegen die A39 beizutreten, damit die Interessen aller Bürger berücksichtigt würden. Mit dem Antrag aber würde die Autobahn nur hin und her geschoben, weil keiner sie bei sich haben wolle. Auch die Gemeinde Altenmedingen wünscht sich eine Verlegung der Osttrasse weiter Richtung Osten. Deshalb hatte die CDU/FDP-Ratsgruppe beantragt, die Planungen gemeinsam mit den Altenmedingern durchzuführen. Doch diese Pläne sind nun passé. "Wir haben einen Anwalt damit beauftragt, die Interessen der Stadt Bad Bevensen durchzusetzen", argumentierte Matthias Richter (SPD), "wenn wir jetzt eine eigene Planung nachschieben, ist die ganze Korrespondenz hinfällig." Außerdem: Wenn man eine gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden der Samtgemeinde anstrebe, sollte es die Stadt Bad Bevensen tunlichst vermeiden, eigene Planungen anzustellen und "Alleingänge" zu machen. CDU und FDP aber sehen das anders. Es gehe darum, Alternativen für die jetzige Osttrasse aufzuzeigen. Denn: "Die Westvariante ist unwahrscheinlich", so Günter Graf (CDU). Auch Dirk Harms, CDU-Mitglied und Gr. Hesebecker, warnte, "sich nicht zu verweigern, sondern konstruktiv zu arbeiten". Eckhard Warnecke (CDU) wetterte darüber hinaus, dass man schon bei einem zurückliegenden Ortstermin in Oetzendorf nicht dabei gewesen sei. "Da wurde die Trasse verlegt", schimpfte er in Richtung Stadtverwaltung und monierte, dass diese damals nicht vertreten gewesen sei. Doch es blieb bei dem Nein der Ratsmehrheit von SPD, WBB und Grünen. "Eine eigene Planung wäre schädlich", fasste Matthias Richter zusammen. Erschienen: 08.03.2008: AZ / TZ / Seite:6

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