Die Vorzugstrasse vor Augen

Wulfstorf/Niendorf - Von Ines Bräutigam. "Es gibt ganz unterschiedliche Meinungen zur A39, und das ist ja auch gut so." Aber die Meinung der Wulfstorfer und Niendorfer in der Gemeinde Bienenbüttel macht Winfried Harendza ganz deutlich:

Mit der veränderten Trasse, die im Rahmen des Raumordnungsverfahren dichter an den Elbe-Seitenkanal und damit dichter an die beiden Orte geplant worden war, sind die Bürger ganz und gar nicht einverstanden. Mit einer Informationsveranstaltung am Wochenende machten sie auf ihren Unmut aufmerksam und führten die neue Vorzugsvariante – mit Flatterband und Schildern markiert – anschaulich vor Augen. Bedauerlich, so Harendza, der Sprecher der neu gegründeten Bürgerinitiative Wulfstorf/Niendorf ist, sei allerdings gewesen, dass außer Heike Schweer (CDU) keine Ratsleute oder Verwaltungsvertreter aus Bienenbüttel den Weg nach Wulfstorf gefunden hatten. Bürgermeister Waltje hatte sich wegen Urlaubs entschuldigt. Trotzdem. "Da hatte man schon das Gefühl, dass die uns und unser Anliegen nicht ernst nehmen", so Harendza. Deswegen geht auch deutliche Kritik an Rat und Politik in Bienenbüttel. Denn, so Harendza, drei Wochen nachdem die erste Vorzugstrasse verlegt worden war, habe man seitens der Gemeinde gesagt, davon wisse man nichts. Und: Auf der Anhörungsveranstaltung in Uelzens Stadthalle sei aus Bienenbüttel auch niemand vertreten gewesen, moniert der Wulfstorfer Sprecher und hätte sich sehr wohl eine Interessenvertretung gewünscht. "Das muss ja nicht in Ablehnung gipfeln, sondern hätte ja auch eine Differenzierung sein können." Laut jetziger Planung würde die A39, wie mehr als 100 junge und alte Bürger aus beiden Ortschaften und darüber hinaus vor Ort vor Augen geführt bekamen, dicht an Wulfstorf verlaufen und auch landwirtschaftliche Flächen am Kanal zerschneiden. "Das es so kommt, steht ja noch nicht fest", weiß Winfried Harendza ganz abgeklärt. "Aber es liegt jetzt im Bereich des Möglichen." Und sollte es so kommen, "würde die Lebensqualität der Bürger hier heruntergesetzt werden", warnt Harendza. Auch in der Gemeinde Bienenbüttel weiß man sehr wohl um die neue Problematik. "Wir haben das erfasst", sagt Bauamtsleiter Uwe Gundlach gegenüber der AZ und weist darauf hin, dass ein nunmehr abgeschlossenes Raumordnungsverfahren "nicht ausreicht, um eine Autobahn zu bauen". Im folgenden Planfeststellungsverfahren sei es nun an der Gemeinde, sich zu der neuen Situation zu äußern. Wie es weitergeht, will die Bürgerinitiative Wulfstorf/Niendorf aber bereits in einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Mittwoch, 7. November, um 19.30 Uhr im Gasthaus Moritz in Bienenbüttel erläutern. Der Abend trägt den Titel "A39 – alles gelaufen? Oder?" Erschienen: 23.10.2007: AZ / TZ / Seite:5

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