Die Wochenrevue von Andreas Becker

Vorweihnachtszeit – einfach nur genießen

Es war die Woche zwischen erstem und zweitem Advent. Eine Woche, in der ein (bisher) feucht-milder Dezember einen (zu) trockenen November ablöste. Und eine Woche, in der die Vorweihnachtszeit endgültig die Regie übernahm. Optisch und emotional.

Spätestens als am Mittwochabend das erste Fenster des überdimensionalen Adventskalenders am Alten Rathaus im Herzen der Uelzener City geöffnet worden war, lief der Countdown Richtung Heiligabend. Fackeln leuchteten, Glühwein wärmte, Mandeln dufteten, Bratwürste mundeten – mehrere hundert Gäste ließen sich von der heimeligen Atmosphäre gerne gefangen nehmen. Ein Flair, auf das Uelzen stolz sein kann. Die Zeremonie des Türöffnens – mit Engeln, Trompeter und Hauptredner – ist ein Alleinstellungsmerkmal, dessen sich die Uhlenköperstadt rühmen kann. Da können vergleichbare niedersächsische (Klein-)Städte wie Verden, Syke, Rotenburg oder Nienburg bei weitem nicht mithalten. Die haben nicht nur keinen Adventskalender, der ein ganzes historisches Gebäude schmückt, dort dauert der Weihnachtsmarkt auch oftmals nur drei Tage – ein verlängertes Wochenende sozusagen. In Uelzen aber haben Buten-und-binnen-Uelzener die Gelegenheit, über vier Wochen täglich zwischen Buden, Riesenrad und Eisbahn zu schlendern. Apropos Eisbahn: Auch die glatte Fläche am Herzogenplatz gehört bei 99 Prozent der Weihnachtsmärkte nicht zum Repertoire. Gerade für Kinder bietet die Eisfläche ein Eldorado zum Toben und Spielen. Da dürfte sich in den nächsten Tagen und Wochen so mancher Erwachsene ebenfalls nicht lumpen lassen und sich auf schmalen Kufen aufs Eis wagen. Zumal auf und neben der Eisfläche noch ein Rahmenprogramm angeboten wird. Insofern steht der Kreisstadt und seinen Bürgern eine abwechslungsreiche Vorweihnachtszeit ins Haus. Spielt jetzt das Wetter noch mit, dürfen wir uns sogar auf die von vielen herbeigesehnte „weiße Weihnacht“ freuen. Über all jene Dinge, die rund um den Uelzener Weihnachtsmarkt künftig zu optimieren sind, können sich Politik, Verwaltung und Bürger ab Januar Gedanken machen. Bis dahin aber kann es nur heißen: Den Status quo bei aller vorweihnachtlicher Terminhatz einfach nur genießen.

andreas.becker@cbeckers.de

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