Vielleicht ein zweites Klein Pretzier?

Da ergreifen zwei 20-Jährige Eigeninitiative und errichten sich in der Nähe ihres kleinen Wohnortes eine Motocross-Anlage im Wald. So geschehen in Kakau. Eigentlich ein ehrenwertes Unterfangen, wären da nicht die Gesetze, die in diesem Fall nicht in Betracht gezogen wurden.

Ob es aus Unwissenheit oder mutwillig geschehen ist, sei mal dahingestellt. Nun ist es schwierig, diesen Zustand zu beurteilen. Es ist wie so oft schwer, gerade in einem kleinen Dorf. Schnell bilden sich zwei Fronten. Die einen sagen, dass die Eigeninitiative der Jugendlichen vorbildlich ist, die anderen verweisen auf geltende Gesetze, nach denen die Motocross-Strecke vermutlich nicht so ohne Weiteres hätte gebaut werden dürfen. Doch welche Konsequenzen hätte denn welche Lösung? Es bleiben ja nur wenige Möglichkeiten: Für die Anlage muss eine Genehmigung her, die mitunter viel Geld kostet oder die Strecke wird wieder dem Erdboden gleichgemacht. Die Konsequenz lautet dann vermutlich, dass die beiden Motocross-Fahrer quer durch den Wald und das Gelände fahren – wie auch jeder Mountainbiker es macht. Der angesprochene Lärm wäre demnach nicht weniger, sondern trotzdem noch vorhanden. Doch bleibt die Anlage, werden vermutlich auch andere Fahrer ihr Interesse bekunden, dort fahren zu dürfen. Oder bleibt es dabei, dass nur die beiden Erbauer die Strecke für sich nutzen wollen. Geht es dem Beschwerdeträger denn auch wirklich nur um den Lärm? Wenn ja, dann dürfte er ja nichts dagegen haben, wenn auch Mountainbike-Fahrer die Strecke nutzen würden, denn die produzieren ja absolut keinen Lärm. Oder geht es hier auch um persönliche Befindlichkeiten – das ist in einem Dorf nicht auszuschließen. Wie dem auch sei, der Landkreis Uelzen wird mit seiner Entscheidung Fakten schaffen, an die sich alle Beteiligten halten müssen. Denn in jeder noch so emotional geführten Diskussion zählen am Ende eben immer die Sachargumente. Und für diese gibt es nun mal Gesetze, die vielleicht nicht immer nachvollziehbar sind, aber an die es sich eben zu halten gilt. Vielleicht entsteht ja dann auch in Kakau aus der selbstgebauten Motocross-Strecke ein zweites Klein Pretzier. Dann wird sich auch zeigen, ob die Mehrheit des Ortes Kakau dahintersteht. Denn schließlich kann die Strecke auch eine Bereicherung für die ganze Region sein.

Von Jörn Nolting

joern.nolting@cbeckers.de

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