Trotz Absage aus Hannover – Ortsrat Groß Liedern kämpft für Querungshilfe an der B 71

Viele Laster – wenige Fußgänger

Momentaufnahme gestern Mittag: Lkw an Lkw, Stoßstange an Stoßstange – für Kinder und ältere Verkehrsteilnehmer ist es nicht ungefährlich, die B 71 an der Ortsdurchfahrt Groß Liederns zu überqueren. Foto: Schulze

Uelzen. Nicht nur beim Thema Ortsumgehung „bohren die Groß Liederner dicke Bretter“, wie es Ortsbürgermeister Wilfried Teichmann formulierte.

Auch bei der von Politikern und Bürgern geforderten Querungshilfe an der Ortsdurchfahrt „bleiben die Verantwortlichen am Ball“. Konkret: Teichmann hat im Namen seines Ortsrates und mit Unterstützung einer vollen Unterschriftenliste bereits zur Jahreswende den seinerzeitigen niedersächsischen Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) mit einer entsprechenden Forderung konfrontiert.

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit teilte der liberale Minister dem SPD-Ortsbürgermeister allerdings mit, „dass bei den beiden bisher in Groß Liedern durchgeführten Zählungen nicht die notwendige Querungsanzahl für den Einsatz eines Fußgängerüberweges ermittelt werden konnte“. Diese Absage möchte der Ortsrat weder stehen- noch unkommentiert lassen. „Da müssen wir jetzt nachlegen und den neuen Minister einschalten“, machte Teichmann am Montagabend im Ortsrat klar. Und: „Wir wollen eine aktuelle Zählung.“

Zur Erinnerung: Bereits in den Jahren 2008, 2011 und zuletzt im Dezember 2012 hatte es Zählungen an verschiedenen Stellen der Ortsdurchfahrt gegeben. Ergebnis: viele vorbeirausche Laster, wenige Fußgänger und Radfahrer, die über die B 71 wollen. Silke Weidenhöfer, Leiterin der Abteilung Planung im Rathaus Uelzen, nannte Zahlen: „Im Dezember vergangenen Jahres haben wir in Spitzenzeiten 39 Fußgänger und keinen Radfahrer notiert. Im März 2011 waren es sogar nur jeweils fünf Fußgänger und Radfahrer.“ Zum Vergleich: Laut Weidenhöfer komme eine Querungshilfe ab Minimum 50 Fußgänger oder Radfahrer in Frage. Empfohlen werde eine Querungshilfe sogar erst ab 100 bis 150 Verkehrsteilnehmern.

Trotz dieser ernüchternden Zahlen wollen sich die Groß Liederner nicht entmutigen lassen: „Es kann nicht sein, dass uns Bund und Land bei dieser Problematik, in deren Mittelpunkt eine Bundesstraße steht, so alleine im Regen stehen lassen“, kritisierte Teichmann. Ob die Stadt Uelzen finanziell nachhilft? Silke Weidenhöfer: „Die Stadt Uelzen, das hat Bürgermeister Otto Lukat immer wieder deutlich gemacht, steht hinter dem Anliegen des Ortsrates.“ Da eine Querungshilfe allerdings mindestens 25 000 Euro kosten würde und der städtische Etat auch nicht grenzenlos belastbar sei, müsse der Ortsrat bei den nächsten Haushaltsberatungen entsprechend aktiv werden. „Warum sollen wir auf eine Querungshilfe verzichten, wenn Hanstedt II eine bekommen hat?“, fragte Teichmann herausfordernd in den Sitzungsaal.

Kommentare