Rat verzichtet auf Stellungnahme

Von Ines BräutigamHimbergen. Für die SPD-Fraktion im Himberger Gemeinderat gibt es nur eine Möglichkeit: Statt des Baus einer Autobahn 39 spricht sie sich für den umweltverträglichen Ausbau der Bundesstraße 4 mit Ortsumgehungen aus. Einen entsprechenden Antrag brachte Fraktionschef Jürgen Hinrichs jüngst in der Ratssitzung ein. Doch der Antrag fand bei der CDU keine Zustimmung, wurde mit fünf Ja-, fünf Neinstimmen und einer Enthaltung abgelehnt."Wir sind nicht direkt von der A39 betroffen", begründet der CDU-Fraktionsvorsitzende Wilfried Harms auf Anfrage der AZ dieses Abstimmungsverhalten.

An einem Hin- und Herschieben der Trasse nach dem St.-Florians-Prinzip wolle man sich nicht beteiligen. "Deshalb werden wir keine Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren abgeben."Die SPD bezieht indes ganz deutlich Position. "Es ist unbestritten, dass die verkehrsmäßige Erschließung unserer Region dringend verbessert werden muss", heißt es in dem Antrag. Allerdings sei die A39 nicht die Lösung. Sie führe lediglich zu Problemen, langwierige, auch gerichtliche Auseinandersetzungen seien vorprogrammiert, und knappe finanzielle Mittel würden blockiert."Beim Bau der A39 besteht die Gefahr, dass die Kurstadt Bad Bevensen ihren Kur- bzw. Bäder-Status verliert", argumentieren die Sozialdemokraten in ihrem Antrag weiter. "Damit wären auch erhebliche Nachteile für unsere Gemeinde verbunden, insbesondere der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze."Noch ein Punkt, der nach Ansicht der SPD-Fraktion gegen die Autobahn spricht: Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, das bei einem Bau der A39 nicht ausbleiben werde, könne in der Gemeinde Himbergen nicht verkraftet werden. "Insbesondere der Ortsteil Himbergen ist nach erfolgtem Rückbau der Landesstraße 253 nicht in der Lage, den prognostizierten Schwerlast- und Lkw-Verkehr aufzunehmen."

Erschienen: 08.07.2006: AZ / 157 / Seite:6

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