So verläuft die Autobahn 39

Uelzen. Seit gestern ist es offiziell: Die geplante Autobahn 39 soll durch das östliche Gebiet des Landkreises Uelzen verlaufen. Rund 110 Kilometer lang und 608 Millionen Euro teuer ist die Vorzugsvariante (siehe Karte und blauer Kasten), die die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr erarbeitet hat.

Für die Trasse ist am Montag vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium das Raumordnungsverfahren eingeleitet worden. Zudem wurde gestern auch die aus niedersächsischer Sicht bevorzugte Variante für die Querspange Bundesstraße 190n als Verbindung der beiden geplanten Autobahnen A39 und A14 bekannt geben (siehe blaue Linie auf der Karte). Von sieben untersuchten Trassen für die A 39 seien am Ende zwei übrig geblieben, erläuterte der Leiter der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Friedhelm Fischer, gestern auf einer Pressekonferenz. Die westliche Variante, die südlich von Wittingen abknickt und zwischen Sprakensehl und Suderburg entlang der Bundesstraße 4 verläuft, bevor sie östlich um Uelzen herum gelenkt wird, sei mit 680 Millionen Euro nicht nur deutlich teurer. Sie hätte auch mehrere Biotope gefährdet und stärker landwirtschaftliche Flächen zerschnitten, erklärte die zuständige Projektleiterin Anette Padberg von der Straßenbaubehörde. Fischer betonte, dass die jetzt gewählte Ost-Variante die wirtschaftlichste sei. Die Bad-Titel von Bodenteich und Bevensen würden nicht gefährdet. Die Belastungswerte durch eine Autobahn lägen hier "im tolerablen Bereich". "Es können sich durchaus noch Änderungen ergeben", erklärte Klaus Neumann. Der Planungschef der Regierungsvertretung Lüneburg verwies darauf, dass der gesamte Planungskorridor (auf der nebenstehenden Karte grün eingerahmt) weiterhin gültig ist. "Es könnte durchaus Kombinationen der Trasse geben, die von der von uns als optimal eingestuften Variante abweichen", meinte Neumann mit Blick auf die Einwände im Rahmen des Raumordnungsverfahrens. Mit einer großen Abweichung rechnete indes gestern keiner der Behördenvertreter. Jeweils 32 Aktenordner mit Unterlagen hat die Regierungsvertretung Lüneburg an 220 Beteiligte – darunter auch die Gemeinden des Untersuchungskorridors – geschickt. Dazu kommen mehrere CDs und eine DVD. Bis zum30. Juni können nunmehr auch betroffene Einwohner ihre Bedenken und Anregungen geltend machen. Die Unterlagen liegen für Interessenten in den betroffenen Gemeinden aus. Ab 24. April werden sie komplett auch im Internet unter www.strassenbau.niedersachsen.de zu finden sein. Erschienen: 29.03.2006: AZ / 75 / Seite:1

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