Verkehrsminister Peter Ramsauer bekennt sich zu Bauprojekt: „Haben Verantwortung für Region“

„Keine Abstriche bei der A 39“

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Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer gestern im Gespräch mit örtlichen Gemeindevertretern bei Karstädt in der Prignitz (Brandenburg): Während die A 14 bei der Bevölkerung auf große Zustimmung stößt, gibt es bei der A 39 mehr Widerstände.

Uelzen/Wittenberge. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat sich gestern am Rande einer Baustellenbesichtigung in Brandenburg mit Nachdruck für den Weiterbau der Autobahn 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg ausgesprochen.

„Wir werden bei dieser Strecke keine Abstriche machen“, betonte der Minister bei einem Pressetermin bei Wittenberge. Dort wird derzeit die Autobahn 14 auf einer Länge von 156 Kilometern gebaut. Sie wird frühestens im Jahr 2020 durchgehend Magdeburg mit Schwerin verbinden und bei Stendal auch durch die benachbarte Altmark führen.

Zwischen den Autobahnen 14 und 39 gebe es zahlreiche Parallelen, erklärte Ramsauer: „Beide haben eine europaweite Bedeutung. Das ist der größte autobahnfreie Raum Deutschlands“. Er sei sich deshalb sicher, „dass wir die neue Fernstraße zwischen Lüneburg und Wolfsburg im neuen Bundesverkehrswegeplan unterbringen“.

Ein solches Bauprojekt wie die A 39 dürfe man nicht nur nach dem Kosten-Nutzen-Maßstab beurteilen, so Ramsauer weiter: „Wenn man sich darauf beschränken würde, dann gäbe es den Nord-Ostsee-Kanal bis heute nicht“, warf der Verkehrsminister einen Blick in die deutsche Geschichte. Doch gerade auch regionale Aspekte hätten Kaiser Wilhelm I. im Jahr 1883 veranlasst, den Bau des Kanals in Auftrag zu geben. Und bis heute müsse man bei solchen Vorhaben auch raumplanerische Aspekte einfließen lassen: „Die Frage, wie wir den Aderlass im ländlichen Raum bremsen können, spielt da eine große Rolle“. Und auch eine Autobahn sei bei solchen Problematiken eine Antwort, betonte der Minister im Gespräch mit der AZ. Die A 39 durch die Landkreise Uelzen und Gifhorn sei „ein typisches Beispiel, wo wir Neubauten einfach brauchen“. In der Region gebe es eine große Erwartungshaltung an die Politik „und wir werden diese Region mit einer guten Verkehrsinfrastruktur ausstatten“.

Ab Montag, 19. August plant die Landesverkehrsbehörde die Kartierung der A-39-Trasse von Lüneburg bis Uelzen.

Von Thomas Mitzlaff

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