Ausschussvorsitzender will Trasse zwischen B 244 und L 286 ertüchtigen

Ventil für A 39-Anreise

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Friedrich Lührs schlägt einen Lückenschluss bei Eutzen vor.

Wittingen. Friedrich Lührs will noch mehr. Neben den Plänen für eine enge Südumgehung (das IK berichtete) bringt der Wittinger Verkehrsausschuss-Vorsitzende ein weitergehendes Straßenkonzept ins Spiel, das die Stadt seiner Auffassung nach dann braucht, wenn die A 39 kommt.

Für Autofahrer aus Richtung Ohrdorf, die die Autobahn ansteuern, schlägt der FWG-Politiker eine Trasse von Suderwittingen über Kakerbeck und von dort weiter über einen existierenden Wirtschaftsweg in Richtung Eutzen vor.

Lührs geht davon aus, dass die A 39 nicht nur für den Kernort Wittingen, sondern auch für das Wirtschaftswegenetz ganz neue Verkehrsströme und damit Belastungen mit sich bringen wird. „Es besteht die Gefahr, dass auf dem Weg zu den Auffahrten massiv Schleichwege genutzt werden.“ Das werde zur Folge haben, dass Fahrzeuge und landwirtschaftliche Gespanne auf diesen Wegen vermehrt ausweichen müssen, dass Bankette zerfahren werden, dass höhere Sanierungskosten auf die Stadt zukommen.

Deshalb will der Rumstorfer für den Verkehr, der aus Richtung Osten zur Eutzener Anschlussstelle rollen wird, ein Ventil schaffen: die vorhandene Strecke Suderwittingen-Kakerbeck, dort auf der vorhandenen Abkürzung Richtung Wittingen nördlich am Ort vorbei, über die Kreisstraße hinweg, schließlich dem heutigen Wirtschaftsweg (der noch verbreitert werden müsste) an der Biogasanlage vorbei. Dort, wo der Wirtschaftsweg in der Nähe von Stackmanns Teichen nach rechts abknickt, müsse ein einige hundert Meter langer Lückenschluss bis zur L 286 gebaut werden, meint Lührs.

Der FWG-Mann setzt darauf, dass im Zuge des Autobahnbaus Gelder dafür fließen könnten, dass die Stadt ihr untergeordnetes Straßensystem an die neuen Verhältnisse anpasst. Weil wegen der A 39 ohnehin eine Flurneuordnung anstehe, sei die Gelegenheit günstig, derartige Pläne in die Überlegungen einzubeziehen.

Mit Blick auf die Kritik an seinen Umgehungs-Vorschlägen in der jüngsten Verkehrsausschuss-Sitzung meint Lührs, man müsse sich darüber im Klaren sein, dass die südliche Entlastungsstraße von Glüsingen nach Eutzen – auch nicht mehr als ein Wirtschaftsweg – nach dem Autobahnbau so nicht mehr existieren werde. Und: Auf der Bahnhofstraße müsse laut Verkehrsgutachten mit 12 000 statt 9 000 Fahrzeugen pro Tag gerechnet werden, wenn die Autobahn fertig sei.

An einer engen Südumgehung kann sich Lührs im Südwesten von Wittingen Gewerbeflächen vorstellen: „Für Unternehmen ohne große Emissionen.“ Für die anderen habe man schließlich den Hafen. Durch die von ihm erwarteten Neuansiedlungen werde die Trasse teilweise refinanziert – über Anliegerbeiträge. Lührs ist optimistisch, dass die Autobahn Betriebe nach Wittingen lockt: „In dem Moment, wo die Autobahn steht, müssen wir den Firmen etwas anbieten können.“

Von Holger Boden

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