Uelzens Kultur-Szene braucht ein Netzwerk

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Diane Baatani

Bei Konzerten und Schauspielaufführungen in Uelzen sind oft nur die ersten Reihen besetzt. Beim Open-Air-Festival auf dem Albrecht-Thaer-Gelände finden sich Tausende vor der Bühne ein, und dennoch findet es in diesem Jahr nicht statt. Uelzens Kultur-Szene hat es nicht leicht.

Da hilft es nicht, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht: Alle müssen sich zusammentun, damit das Publikum nicht nach Hamburg abwandert. Die neue Kulturmanagerin der Stadt, Birte Ebermann, kommt von außen, aus Lüneburg. Sie kann ab März vielleicht eingefahrene Verhaltensweisen lösen und die verschiedenen Veranstalter an einen Tisch bringen. Die Plattform, eine Art Kooperation, die der Kulturkreis mit dem Citymanagement und der Touristinformation beginnen möchte, geht in die richtige Richtung. Doch auch dieser Weg, eine gemeinsame Strategie zu finden, um alle Termine in der Stadt bekannt zu machen, droht zu scheitern, wenn sich niemand beteiligt. Und wenn die Haltung beibehalten wird, die viele an den Tag legen: Wir schauen erst mal, was die anderen auf die Beine stellen. Manche ziehen nur mit Scheuklappen ihre eigenen Ideen durch. Dann kann auch das Sommerfest des Kulturkreises, ehemals Uelzener Kultursommer, nicht klappen. Der Geschmack ändert sich und die jungen Leute sind auch spontaner geworden, damit muss man sich abfinden. Zum Beispiel mit dem Schauspiel hapert es. Wenn nicht Eltern ihre Kinder ans Theater heranführen, bleibt es an den Lehrern hängen. Bis zur aktuellen Saison kommt von der Seite allerdings zu wenig Engagement, kritisiert der Kulturkreis. Dabei könnte man mit dem Theater-Besuch so leicht die Lektüre aus dem Unterricht vertiefen. Aber auch wenn sich Veranstaltungen etablieren, wie etwa die First-Class-Sessions, müssen die Veranstalter daran arbeiten, dass der Ruf nicht verloren geht. Diese Gefahr besteht jetzt beim „Uelzen Open R“: Wenn Uli Gustävel nicht dran bleibt, droht der Festival-Standort Uelzen wieder in Vergessenheit zu geraten. Wegen dieses breiten Angebots ist es so wichtig, dass es nicht bei einer Plattform für den Sommer bleibt. Es muss ein Netzwerk entstehen, die Termine müssen besser abgesprochen werden, damit sich nichts überschneidet, und die Veranstalter sollten einander ernst nehmen.

diane.baatani@cbeckers.de

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