Traunstein: 31-Jähriger erhält Freiheitsstrafe / Geldstrafe für 38 Jahre alten Syrer

Uelzener Schleuser verurteilt

Bei der Razzia in Uelzen wurden Waffen und Munition sichergestellt. Archivfoto: Baatani

Uelzen. Ein 31-jähriger Mann aus dem Landkreis Uelzen ist vom Landgericht Traunstein wegen gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern nach Deutschland zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Der Syrer gestand die Taten und muss für drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Ein weiterer 38-jähriger Syrer, der ebenfalls aus dem Raum Uelzen kommt, erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 150 Tagessätzen zu je 40 Euro wegen Beihilfe zum Versuch der Einschleusung.

Eine dieser Schleusungen war im August 2011 zwischen Kufstein und Rosenheim entdeckt worden, als ein Kleintransporter mit 14 Personen ohne gültigen Aufenthaltstitel kontrolliert worden war. Dabei ist nach Angaben der Bundespolizei deutlich geworden, dass die Täter eine Gefährdung der Geschleusten in Kauf nahmen, da zwei Personen im Kofferraum versteckt waren. Außerdem befanden sich vier Kinder unter den Geschleusten.

Die anschließenden Ermittlungen führten zu den Uelzener Hintermännern. Bei einer großen Durchsuchungsaktion am 3. Mai 2012 hatten dann mehr als 200 Mitarbeiter der Bundespolizei, unter anderem auch der Anti-Terror-Einheit GSG-9, acht Wohnungen in Stadt und Kreis Uelzen unter die Lupe genommen, dabei waren fünf Personen festgenommen worden. Außerdem hatten die Beamten Schusswaffen, Munition und Schalldämpfer sichergestellt.

Dem 31-jährigen Uelzener wird vorgeworfen, die politische und wirtschaftliche Situation in seinem Heimatland ausgenutzt und die Schleusung überwiegend syrischer Staatsangehöriger gegen hohe Geldsummen organisiert zu haben. Offenbar sind familiäre Verbindungen nach Syrien genutzt worden, um Interessierte für die illegale Einreise nach Deutschland oder in andere Schengen-Staaten anzuwerben. Pro Person sollen die Täter einige tausend Euro verlangt haben. Die Täter haben Fahrer eingesetzt, die die geschleusten Menschen in deutsche Städte brachten. Diese Fahrer wurden pro Tour bezahlt, teilweise sollen sie auch zusätzliches Entgelt von den Mitfahrern verlangt haben. Gegen zwei der festgenommenen Uelzener hatte die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt, das Verfahren jedoch im vergangenen Herbst eingestellt. Zum aktuellen Stand bezüglich des fünften Festgenommenen konnte bis gestern Abend das Landgericht Traunstein keine Informationen herausgeben.

Zudem war wie berichtet davon unabhängig ein Verfahren vor dem Amtsgericht Uelzen geführt worden, da in dem einen der durchsuchten Häuser ein verunsicherter Bewohner bei Ankunft der Bundespolizei einen Beutel mit rund 750 Gramm hoch konzentrierten Marihuanas aus dem Fenster geworfen und damit die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hatte. Dieser 25-Jährige war im Januar zu einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Von Diane Baatani

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