Uelzener Roulette . . .

. . . nennt Uhlenköpers Bekannter ein selbst erfundenes Glücksspiel, das Nervenkitzel, Kalkül und Dreistigkeit miteinander verbindet. Und so funktioniert es: Sein Bekannter zieht in der Regel kein Park- ticket, wenn er sein Auto in der Uelzener Innenstadt abstellt.

Dann spekuliert er, ähnlich wie beim Roulette, darauf, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, von einer Politesse erwischt zu werden. Und meistens hat er Glück. Seine Berechnung geht dann wie folgt: Kurzer Abstecher in die Bäckerei, um Brötchen zu kaufen, geschätzte Dauer: drei Minuten, Risiko, erwischt zu werden: fünf Prozent. Ergebnis: keinen Parkschein ziehen. Ein anderer Fall: Besuch beim Frisör, vermutliche Dauer: 20 Minuten, Risiko: 40 Prozent, also kein Ticket ziehen. Riskant wird es für Uhlenköpers Bekannten hingegen beim Arztbesuch. Geschätzte Warte- und Behandlungszeit: eineinhalb Stunden, Risiko: 80 Prozent, Ergebnis: Zähneknirschend wird der Parkschein-Automat gefüttert. Zu dumm nur, wenn das Uelzener Roulette nicht ganz so verläuft wie berechnet. Zum Beispiel gestern: kurzer Sprung ins Rathaus, um etwas abzugeben, natürlich kein Parkticket gezogen, nach drei Minuten Rückkehr zum Auto – und prompt ein Knöllchen an der Windschutzscheibe. Die Launen der Glücksgöttin sind eben unberechenbar, weiß nun der Bekannte vom Uhlenköper.

Kommentare