Von Woche zu Woche

Bewegung auf Straßen und in Gremien

Ein hartes Jahr voller Baustellen und Umleitungen hat die AZ vor einer Woche an dieser Stelle angekündigt. Das wird auch so bleiben. Es wird ein heißer Herbst. Aber die ersten Lichtblicke gibt es jetzt schon: Das Verkehrschaos innerhalb der Stadt bleibt weitgehend aus.

Zwar nutzen Autofahrer auch nicht empfohlene Schleichwege, aber an ausgewiesenen Umleitungen fließt der Verkehr. Die Vermutung liegt nahe, dass viele Uelzener sich auf das Fahrrad geschwungen haben. Das ist erfreulich. Bleibt abzuwarten, was passiert, wenn der Parkplatz am Veerßer Tor dicht macht.

Unterdessen geht das Geschiebe auf der B 4 bei Kirchweyhe weiter, und auch im weiteren Rahmen um Uelzen herum nerven die Baustellen. Hinzu kommen Baustellen außerhalb des Kreises wie in der Ortsdurchfahrt Sprakensehl, wegen der der Schwerverkehr sich zum Teil über die Dörfer bis nach Bad Bodenteich wurschtelt. Mehr Schwerverkehr auf den Dörfern befürchtet man auch im Norden, wo ein Teil der B 4 nun mautpflichtig geworden ist.

Das alles mag sich bald einfahren. Baustellen kommen und gehen – und hinterlassen Erneuerung und Bewegung.

Zu den Baustellen auf den Straßen gesellen sich nun auch Baustellen im Politischen. Während sich grüne und rote Bürgermeister und schwarze Kreispolitiker in den Haaren liegen über eine stets bitteschön herauszustellende wichtige Position der Kreisstadt, kündigt Rathaus-Veteran Waltje in Bienenbüttel an, dass er im Frühling geht. Ein Jahr vor Ende seiner Amtszeit müssen sich die Verwaltung und vor allem die politischen Gruppen jetzt ordnen und ihre Pflöcke in den Boden rammen. Wer der nächste starke Mann wird, ist offen.

Ebenso interessant ist, warum er geht. Wegen des Rentenalters, sagt er. Aber Spekulationen bleiben. War es der knifflige doppisch geführte Haushalt, mit dem sich Waltjes Nachfolger wird herumschlagen müssen? Oder die Gestaltung der Bahnhofstraße, die für Kritik sorgte? Spekulation ist spannend, führt aber meist zu nichts. Was bleibt: eine Baustelle auf politischer Ebene. Auch das wird Bewegung schaffen.

kai.hasse@az-online.de

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