Zoff hinter den Kulissen

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Christel Beplate-Haarstrich fand deutliche Worte auf der Bauernrechnung in Suderburg – noch nie seien die Mitgliedsgemeinden so weit voneinander entfernt gewesen.

Suderburg - Von Jürgen Köhler-Götze. Kämen zu öffentlichen Sitzungen von Gremien der Stadt Uelzen so viele Besucher wie zur Bauernrechnung in Suderburg, es müsste einem um die Demokratie auf Gemeindeebene nicht bange sein. Rund 150 Interessierte kamen am Sonnabend ins Gasthaus Müller, um sich von den politisch Verantwortlichen berichten zu lassen, was im vergangenen Jahr in der Gemeinde Suderburg passiert ist und was in diesem Jahr ansteht. 

Bürgermeisterin Christel Beplate-Haarstrich machte unter den Besuchern auch einige Nicht-Suderburger aus, die sie ausdrücklich ebenfalls willkommen hieß. Der Hintergrund für den eigentlich selbstverständlichen Willkommensgruß: Dierk Pellnath, Ratsherr der Samtgemeinde Suderburg, war bei der Bauernrechnung in Bargfeld aus dem Saal komplimentiert worden, weil er dort nicht Einwohner und somit nicht eingeladen war. Der Vorfall sorgte hinter den Kulissen für erhebliche Verstimmung.

„Noch nie sind die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Suderburg so weit von einander entfernt gewesen wie jetzt“, stellte Beplate-Haarstrich fest. Die Suderburger Gesprächsangebote in Richtung Gerdau und Eimke seien nicht genutzt worden. Sie sei betroffen über die Entscheidung dieser beiden Gemeinden, die Samtgemeinde verlassen zu wollen. Immer wieder müsse man sich der Vorwürfe aus diesen beiden Gemeinden erwehren, die Suderburger könnten nicht mit Geld umgehen und würden vor allem in der Gemeinde Suderburg das Geld der Samtgemeindekasse ausgeben. „Zur Erinnerung: Eimke trägt zur Samtgemeindekasse 8 Prozent bei, Gerdau 29 Prozent und Suderburg 63 Prozent“, so Beplate-Haarstrich. Man habe aber in der Gemeinde Suderburg als größter Gemeinde der Samtgemeinde auch deutlich mehr zu bezahlen als die beiden kleineren Mitgliedsgemeinden.

Neben dem Dauerstreit zwischen den Gemeinden bereitet der Gemeinde Suderburg die Hardautalschule Sorgen: „Es ist unsicher, ob die Schule erhalten werden kann“, warnte Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz. Die Schule sei an den Kreis verkauft worden „und es ist unklar, was dort überlegt wird.“ Ein neues Türschild mit dem Titel „Oberschule“ löse die Probleme der Schule jedenfalls nicht.

Als Erfolge vermeldet die Gemeinde aber die Einführung der kaufmännischen Buchhaltung bei gleichzeitiger Straffung der Verwaltung, den Krippenbau, den Ausbau der Ostfalia Fachhochschule und den erfolgreichen Verkauf des Hauses Müller am Bahnhof, das für Studentenwohnungen umgebaut wird. Die alte Schule in Holxen ist ebenfalls verkauft worden und da das Geld dafür in Holxen bleibt, wird dort ein neuer Kinderspielplatz entstehen.

In der anschließenden Aussprache wurde der Landtagsabgeordnete Jörg Hilmer auf seine Pläne für eine Biogasanlage angesprochen. Er versicherte, die Anlage nicht mehr in Suderburg bauen zu wollen.

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