Unmut über Verkehrszeichen-Flut an Kreisstraße 9 in Suderburg / „Hindernisse zur Verwirrung“

Zehn Schilder auf 55 Metern

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Die neuen Schilder für Radfahrer, die der Landkreis Uelzen vor kurzem an der Kreisstraße 9 in Suderburg aufgestellt hat, irritieren die Verkehrsteilnehmer, meinen Suderburger Bürger. Sie beklagen die Schilderflut im Bereich der Einmündungen.

Suderburg. Wenn Friedhelm Witte die Kreisstraße 9 in Suderburg entlangfährt, muss er ungläubig den Kopf schütteln.

In einem kurzen Teilstück zwischen den Einmündungen der Blumen- und der Schmiedestraße stoßen die Verkehrsteilnehmer seit kurzem auf einen wahren Schilderwald zu beiden Seiten der Fahrbahn. Es handelt sich um das blau-weiße Verkehrszeichen „Gehweg“ mit dem Zusatz „Radfahrer frei“. Vier dieser Schilder hat der Bauhof des Landkreises Uelzen dort vor wenigen Tagen aufgestellt.

Sie kommen zu den bereits bestehenden Vorfahrtszeichen auf diesem Abschnitt hinzu. Die Folge: Auf etwa 55 Metern Länge stehen nun zehn Verkehrsschilder. „Das ist einfach zu viel. Hier haben die Schild(er)bürger von der Straßenverkehrsbehörde ganze Arbeit geleistet“, meint Witte, der in Suderburg wohnt.

Der Hintergrund der neuen Beschilderung: Laut Straßenverkehrsordnung sollen Radler in der Regel nicht mehr auf eigenen Radwegen, sondern auf der Straße fahren (AZ berichtete). Das macht nach Ansicht von Verkehrsexperten das Miteinander von Auto- und Radfahrern sicherer.

Der Landkreis setzt die gesetzliche Vorgabe jetzt um. Auf denjenigen Abschnitten, auf denen Radler künftig die Fahrbahn benutzen sollen, werden die alten Radwegeschilder schrittweise entfernt. Allerdings gibt es Ausnahmen, bei denen Radler weiterhin auf den eigens für sie ausgewiesenen Wegen fahren dürfen. Dort stellt der Bauhof jetzt besagte blau-weiße Schilder auf. „Wie verrückt mag das an anderen Stellen auf den Radwegen und Straßen nach Anbringen der Schilder in Suderburg aussehen?“, fragt sich Witte nun. Er ist überzeugt: „Es wurden Hindernisse zur Verwirrung aufgestellt.“

Auch die Suderburgerin Christa Pellnath kann die neue Beschilderung nicht nachvollziehen. „Erst wurden hier Radwege gebaut – und jetzt heißt es, Radfahrer sollen wieder auf der Straße fahren“, wundert sie sich, als sie gestern mit ihrem Rad an der Kreisstraße 9 unterwegs ist.

Reinald Müller, zuständiger Fachbereichsleiter im Suderburger Rathaus, hält weniger Verkehrzeichen grundsätzlich für sinnvoll. „Man sollte immer zu viele Schilder vermeiden. Selbst der ADAC ist dafür, das möglichst schlank zu halten“, sagt er im AZ-Gespräch. Auf die Beschilderung an der K 9 habe die Samtgemeinde aber keinen Einfluss. Das liege allein in der Zuständigkeit des Landkreises. Die Uelzener Kreisverwaltung war gestern für eine Stellungnahme jedoch nicht zu erreichen.

Aufklärung in Sachen Schilderflut bringt Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte der hiesigen Polizeiinspektion. Das Gehweg-Schild mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ müsse hinter jeder Einmündung aufgestellt werden, erläutert er. „Jeder, der dort auf die K 9 einbiegt, muss wissen, welche Verkehrsregelung ab da gilt.“

Von Bernd Schossadowski

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