Zahlen müssen her

Bisher endet der Radweg kurz hinter dem Ortsausgang Brockhöfes. Radler müssen ab dort auf der K 32 weiter fahren. Foto: Ph. Schulze

Brockhöfe/Ellerndorf. „Wir sind ganz intensiv mit der Sache beschäftigt“, sagt Wriedels Bürgermeister Peter-Uwe Breyer (CDU) und meint damit einen Radweg, der derzeit Gemüter im Westkreis beschäftigt: Die Strecke zwischen Brockhöfe und Ellerndorf.

Denn nicht nur die Unabhängige Wählergemeinschaft des Kreises Uelzen (UWG), die sich gestern offiziell positionierte, sondern auch die Bürgermeister der betreffenden Gemeinden Wriedel und Eimke sowie die Samtgemeinden haben zu diesem Thema eine Meinung. An einem runden Tisch diskutieren sie Möglichkeiten der Umsetzung. Denn darüber, dass der Radweg notwendig ist, sind sich alle einig.

Die UWG hat die Umwidmung der bisherigen Kreisstraße 32, an der das besagte Teilstück liegt, zur Landesstraße beantragt (die AZ berichtete) und erhofft sich dadurch eine Finanzierung des Weges durch Land und Bund – eine Idee, die nach Suderburgs Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz nicht neu ist: „Das haben wir beim runden Tisch auch schon gesprochen. Herr Hillmer wird das im Verkehrsministerium ansprechen und prüfen lassen.“

Torsten Wendt, Bürgermeister der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf, hinterfragt indes, ob die Rechnung Straßentausch überhaupt aufgeht: „Damit würde das Land für den Radwegebau an der Ellerndorfer Heide formell zwar zuständig werden, aber mehr Geld für Radwegebaumaßnahmen stehen deshalb nicht zur Verfügung“, sagt Wendt. „Dennoch wäre es wünschenswert, dass Bund und Land uns finanziell unterstützen. Im Zukunftsvertrag mit dem Land ist dieser Weg schließlich als zu fördernde Leistung festgelegt.“

Zudem könne die Umstufung einer Straße erheblich Zeit kosten. Wendt: „Die Einstufung einer Straße erfolgt schlichtweg nach ihrer Verkehrsbedeutung, mithin ob da zum Beispiel viel überregionaler Verkehr fließt oder nicht.“ Eine Verkehrszählung auf der K32 – und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem sie als Umleitung für die gesperrte Bundesstraße 71 ausgezeichnet ist – soll nun Gewissheit bringen. Denn, wenn die B 71 aufgrund von Schießübungen der Firma Rheinmetall gesperrt wird, ist die Verkehrssituation auf der Ausweichroute – also der K 32 – für Fahrradtouristen auf dem Weg in die Wacholderheide besonders gefährlich.

An dem runden Tisch haben Vertreter der Gemeinden Eimke und Wriedel, der Samtgemeinden Altes Amt Ebstorf sowie der Landesstraßenbauverwaltung, der Kreisverwaltung, der Firma Rheinmetall, Land und Bund teilgenommen.

Von Wiebke Brütt

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