Betreiber will 91,5-Meter-Anlagen bei Barnsen durch modernere, bis zu 134 Meter hohe ersetzen

Windräder wachsen in die Höhe

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13 Windräder umfasst der Windpark Barnsen/Gerdau. Der Betreiber will elf der jeweils 91,5 Meter großen Anlagen durch höhere Windräder ersetzen. Diese könnten – je nach Variante – bis zu 134 Meter hoch werden.

Barnsen/Gerdau. Momentan drehen sich 13 jeweils 91,5 Meter hohe Windräder im Windpark Barnsen/Gerdau. Diese wurden vor etwa 15 Jahren aufgestellt. Der Betreiber will sie jetzt beim sogenannten „Repowering“ durch modernere und höhere Anlagen ersetzen.

Dabei gibt es zwei Varianten, mit denen sich jetzt der Bauausschuss der Gemeinde Gerdau beschäftigt hat: Variante A sieht den Bau von sechs jeweils 99 Meter hohen Windrädern vor. Bei Variante B würden drei 134 Meter und eine 114 Meter hohe Windkraftanlage gebaut. Beide Möglichkeiten sehen zugleich den Rückbau von elf der 13 bisherigen Anlagen vor.

„Es ist äußerst unglücklich, zu ungelegten Eiern Anträge zu bekommen“, sagte Bau-Fachbereichsleiter Rüdiger Lilje. Das Problem sei, dass die zweite Variante nicht umsetzbar sei, solange das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises Uelzen mit den festgelegten Gebieten für Windkraft nicht verabschiedet sei. „Es soll quasi im Voraus ein Persilschein ausgestellt werden“, so Lilje.

Bei Variante B ist dies aber nicht das einzige Problem. Laut Fachbereichsleiter geht aus dem Schattenwurf-Gutachten hervor, dass es bei einem Betrieb rund um die Uhr zu einer Überschreitung der Grenzwerte kommt. Der Grund: Da die neuen Anlagen höher sind, müssen größere Abstände zwischen ihnen eingehalten werden und die Anlagen wandern mehr an den Rand des Windparks. Daher müsse der Betrieb der Anlagen zeitlich begrenzt werden, sagte Lilje.

In der Folge gibt die Gemeinde für beide Varianten nur ihr Einvernehmen, wenn die gesetzlichen Grenzwerte zu Schall und Schattenwurf auch eingehalten werden. Wenn dies nicht an jeder Stelle auf Gemeindegebiet eingehalten werde, verweigere man das Einvernehmen, betonte Gerdaus Bürgermeister Jürgen Kleuker (CDU). Das Gleiche gelte, wenn nicht durch eine Anpassung des städtebaulichen Vertrages die Erschließungskosten vom Bauherrn getragen werden.

„Wir hätten weniger Anlagen, die Lärm machen. Das wäre ein Vorteil“, meinte Bauausschussvorsitzende Elvira Hentschke (CDU). Außerdem würden die Windräder weiter auseinander stehen und seien, da sie neuer und moderner sind, nicht mehr so laut wie die 13 alten Anlagen.

Von Lars Lohmann

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