Anwohner bekommen bei Anti-Fracking-Aktionstag Messergebnisse des Grundwassers vorgestellt

Werte vielfach überschritten

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Bei der Vorstellung der Messergebnisse durch Bernd Ebeling von der Bürgerinitiative Umweltschutz Uelzen wird deutlich: An mehreren Grundwassermessstellen in Bohlsen werden Parameter überschritten.

Bohlsen. „Hier müssten ‘Betreten verboten’-Schilder stehen. Es handelt sich schließlich um eine Anlage zur Lagerung von bergbaulichen Abfällen“, wunderte sich Bernd Ebeling mit Blick auf die Bohrschlammgrube bei Bohlsen.

Stattdessen gebe es Löcher im Zaun, der um die Anlage herumführt. Diese sind jetzt repariert, doch stattdessen steht ein Tor offen. Der Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Uelzen informierte vor Ort anlässlich des „Internationalen Aktionstags gegen die Öl- und Gasindustrie und für ein weltweites Fracking-Verbot“ über die Altlasten der Erdgasindustrie im Landkreis.

Ebeling stellte interessierten Anwohnern aus Bohlsen, aber auch aus Gerdau und Suderburg Messergebnisse des Grundwassers rund um die Bohrschlammgrube der Wintershall AG vor. Informationen über die Bohrschlammgrube hätten die Anwohner nie erhalten. „Sieben Parameter werden seit 2000 ständig und um ein Vielfaches überschritten“, erklärte der Wasserwirtschaftsingenieur, darunter seien Magnesium, Sulfat und Chlorid. Für Ebeling stellte sich nicht zuletzt die Frage, ob die Bohrschlämme nicht auch Schwermetalle enthalten.

Das Landesbergamt untersucht regelmäßig Grundwasserproben, und die Grube wurde im Jahr 2006 saniert. Doch das reiche nicht aus, um die Verunreinigung des Grundwassers zu verhindern, so Ebeling, zumal das Grundwasser in Richtung der Gerdau fließe. Nach seiner Ansicht müsste der Inhalt der Grube auf eine abgedichtete Deponie verlagert werden.

Hat es solche Fälle schon gegeben, wollten die Zuhörer wissen. „Mehr als 200 Gruben wurden im Altmarkkreis schon zurückgebaut“, wusste Ebeling zu berichten und machte den Teilnehmern Mut, sich für den Rückbau der Schlammgrube Bohlsen einzusetzen, bevor es für ihn zur nächsten Station, zur Schlammgrube Schmarbeck bei Wriedel, ging.

Von Birte Grote

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