Halbvolle Kita-Gruppen: Ausgaben der Samtgemeinde Suderburg steigen kräftig

Weniger Kinder, mehr Kosten

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Marion Knauer, Leiterin der Kita Gerdau, freut sich, dass dort zum 1. August eine Krippengruppe eingerichtet wird. Insgesamt sinken aber die Kinderzahlen in der Samtgemeide.

Suderburg. Trotz sinkender Anmeldezahlen steigen die Ausgaben für die Kinderbetreuung in der Samtgemeinde Suderburg. Einen Überblick gab Verwaltungschef Thomas Schulz jetzt auf der Sitzung des Schulausschusses.

So werden die ungedeckten Kosten in den Kindertagesstätten in diesem Jahr voraussichtlich 575 000 Euro betragen. 2014 hatten sie noch bei 487 000 Euro gelegen. Gleichzeitig hat die Zahl der Kinder, die in den Tagesstätten im Samtgemeindegebiet betreut werden, abgenommen – von 189 auf 170, berichtete Schulz.

Einer der Gründe für die steigenden Kosten sei die gesetzlich vorgeschriebene Vertretungsreserve bei den Erzieherinnen. Sie schlägt laut Schulz mit rund 36 000 Euro zu Buche. Außerdem entstünden höhere Ausgaben durch nicht ausgelastete Krippen- und Kindergartengruppen. Finanziell zu Buche schlage aber auch die zum 1. August geplante Gründung einer Krippengruppe mit 15 Plätzen für unter dreijährige Kinder in Gerdau. Dieses Angebot ist gesetzlich verpflichtend (AZ berichtete).

Der demografische Wandel in der Samtgemeinde lässt sich an den Kinderzahlen in den einzelnen Einrichtungen ablesen. So werden in diesem Jahr nur noch 42 Kinder die Gerdauer Tagesstätte besuchen – nach 54 im Vorjahr. Die Krippe und der Kindergarten in Suderburg zählen zusammen nur noch 103 statt 115 Kinder. Einzig der Kindergarten Eimke verzeichnet einen Anstieg von 20 auf 25 Kinder. Angesichts stetig sinkender Anmeldezahlen könnte es erforderlich werden, weitere Gruppen zusammenzulegen – wie bereits geschehen – oder aufzulösen, erklärte Schulz.

Für Konfliktpotenzial könnte allerdings die Frage sorgen, wer für die Kinderbetreuung verantwortlich sein soll: die Samtgemeinde Suderburg oder die einzelnen Mitgliedsgemeinden. Hierzu hat Stefan Kleuker (CDU), Vorsitzender des Schulausschusses, eine klare Meinung: „Die wirtschaftlichste Führung der Kindergärten und Krippen wird durch die Samtgemeinde gewährleistet“, betonte er.

Dem schloss sich Wilhelm Schröder (CDU) an. Die Anmeldungen der Kinder hätten grundsätzlich bei der Samtgemeinde – und nicht vor Ort bei den Tagesstätten – zu erfolgen, sagte er. Schließlich sei die Samtgemeinde für die Vergabe der Plätze und die Belegung der Einrichtungen zuständig. „Die Anträge gehören zur Verwaltung, damit wir bei den Zahlen auf dem neuesten Stand sind“, pflichtete ihm Dierk Pellnath (WSG) bei.

Auf einstimmigen Wunsch des Schulausschusses soll die Verwaltung der Samtgemeinde nun eine mit den Gemeinden abgestimmte Richtlinie zur Kinderbetreuung erarbeiten. Darin sollen die künftige Gestaltung der Gruppen und die Platzvergabe geregelt werden. Dieser Empfehlung hat sich jetzt auch der nichtöffentliche Samtgemeindeausschuss angeschlossen.

Von Bernd Schossadowski

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