150 Betankungen im ersten Halbjahr: SVO mit Start der Stromzapfsäule in Suderburg zufrieden

Volle Ladung in rund einer Stunde

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Preben Nyeng freut sich. Der Urlauber aus Dänemark betankt gestern sein Elektroauto an der Ladesäule vor der Suderburger Ostfalia mit Strom. Noch ist das kostenlos möglich.

Suderburg. Er kommt gerade mit seiner Frau und den drei Kindern aus dem Sommerurlaub im Harz und macht auf dem Heimweg nach Dänemark Station am Suderburger Ostfalia-Campus.

Doch Preben Nyeng aus der Klein-stadt Fredericia interessiert sich gestern Vormittag nicht für das Studienangebot der Hochschule, sondern für die gegenüber dem Haupteingang gelegene Stromtankstelle. Sie ist eine von gerade mal sechs Ladesäulen im Kreis Uelzen.

„Dass es in Suderburg so etwas gibt, ist wirklich super. Und dann ist das Laden auch noch kostenlos“, freut sich der Däne. Er betankt seinen e-Golf zum ersten Mal mit Strom an der Ostfalia. Den Standort der Station hat er im Internet unter www.goingelectric.de herausgefunden. „Mit einer vollen Ladung komme ich bis zu 150 Kilometer weit“, erzählt Nyeng. Das Elektroauto fahre er hauptsächlich aus ökologischen Gründen.

Betreiber der Suderburger Stromtankstelle ist seit Anfang dieses Jahres der Energieversorger SVO Vertrieb GmbH. Zuvor hatte die Ostfalia sie im Rahmen eines Forschungsprojekts betrieben (AZ berichtete). Die Zwischenbilanz der SVO für die Säule fällt positiv aus. „Im ersten Halbjahr 2016 hatten wir 150 Betankungen mit insgesamt 1200 Kilowattstunden“, berichtet Pressesprecher Ralf Horst. Noch sei das Tanken dort kostenlos, doch während der zweiten Jahreshälfte erfolge die Umstellung auf ein neues System. Dann werde die getankte Strommenge mit dem Kunden abgerechnet. Der Preis werde 26 Cent pro Kilowattstunde betragen, kündigt Horst an. „Die Betankung gängiger Elektrofahrzeuge kostet dann rund vier bis fünf Euro.“

Die Suderburger Säule ist rund um die Uhr nutzbar und bietet ein Schnell-Ladesystem. Bei den gängigen Elektrofahrzeugen dauere eine 80 prozentige Aufladung rund 30 Minuten, eine vollständige etwa eine Stunde, schildert Horst. Dagegen ziehe sich die Voll-Ladung bei einer herkömmlichen Stromtankstelle über sieben bis neun Stunden hin.

Für Suderburgs Gemeindebürgermeister Hans-Hermann Hoff ist die Zahl von 150 Strom-Ladungen im ersten Halbjahr „schon beachtlich“. Die Säule sei eine Investition mit Perspektive. „Elektromobilität hat Zukunft“, betont Hoff. Und sie biete „im Hinblick auf Klima- und Umweltschutz langfristig viele positive Aspekte“, ergänzt Horst.

Allerdings ist der Anteil der Elektrofahrzeuge in der Region noch immer verschwindend gering. Zurzeit seien lediglich 35 reine E-Autos und 96 mit Strom betriebene Hybridfahrzeuge beim Landkreis Uelzen registriert, teilt dessen Sprecher Martin Theine auf AZ-Anfrage mit. Zum Vergleich: Die Gesamtzahl der kreisweit zugelassenen Autos beträgt derzeit rund 54 000. Auch das Angebot an Stromtankstellen im östlichen Niedersachsen ist recht mager. „In Dänemark haben wir viel mehr Ladesäulen“, sagt Preben Nyeng. „Dort gibt es ein richtiges Netzwerk.“

Von Bernd Schossadowski

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