Suderburg: Gesamte erste Mannschaft der Fußballer mit Ausweis

VfLer pro Organspende

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Bereit zur Organspende: Die Mannschaft der ersten Herren des VfL Suderburg samt Trainer und mit den Vertretern vom „Treff für Transplantierte“ in ihren grünen Poloshirts.

Suderburg. Die Spieler der ersten Herrenmannschaft des VfL Suderburg haben sich beim Informationstag zur Organspende für einen Organspendeausweis entschieden. Auf der Vorderseite haben sie ihren Namen, Geburtsdatum und Adresse eingetragen.

Auf der Rückseite steht ganz oben: „Für den Fall, dass nach meinem Tod eine Spende von Organen oder Geweben zur Transplantation in Frage kommt, erkläre ich“: Mit Ankreuzen können die Inhaber eines Organspendeausweises, sich für fünf verschiedene Optionen entscheiden. Sowohl der Widerspruch als auch die Gestattung einer Organentnahme war möglich. Die Angaben sind freiwillig, wissen die Spieler, haben sich dennoch ausnahmslos für die erste der fünf Optionen entschieden. „Ja, ich gestatte, dass nach der ärztlichen Feststellung meines Todes meinem Körper Organe und Gewebe entnommen werden. “.

Zuvor konnten sie sich mit ihren offenen Fragen an den Informationsstand der Uelzener Gruppe „Treff für Transplantierte“ wenden. „Die Problematik ist den meisten bekannt“, berichtet Thorsten Kahmann, Trainer des VfL Suderburg. „In der Mannschaft war das Thema aufgekommen“, erzählt Kahmann, und dabei waren ein unterschiedlicher Informationsstand aber auch offene Fragen festgestellt worden. Zwei der Spieler hatten schon einen Organspendeausweis, die anderen wollten gerne mehr zu dem Thema wissen. „Wir sind jung, das Durchschnittsalter der ersten Herrenmannschaft liegt bei 20 Jahren, wir sind gesund und körperlich fit“, sagt Trainer Kahmann, „da fehlt es am Anlass, sich mit solchen Themen auseinander zu setzen.“ Letztlich waren sich alle einig, dass sie für einen besseren Informationsstand sorgen wollten. Kahmann: „Nur wer umfassend informiert ist, kann sich wirklich freiwillig entscheiden.“

Viele Fragen konnten Katja Konwer aus Bienenbüttel und Kerstin Mittendorf aus Himbergen vom „Treff für Transplantierte“ klären. „Rund 12 000 Menschen warten derzeit auf ein Spenderorgan, etwa 1000 sterben jährlich, weil sie nicht rechtzeitig ein Organ erhalten konnten“, erzählt Mittendorf, deren Leben durch ein Transplantat gerettet wurde. Die Gruppe hatte schon am Mittag im Vereinsheim einen Informationsstand aufgebaut und hielt Broschüren, Organspendeausweise und ein Laminiergerät bereit. „Beinahe jeder hat sich schon einmal Gedanken zum Thema gemacht“, erzählt Kerstin Mittendorf, „viele wussten nicht, wie einfach es funktioniert.“ Bis zum frühen Nachmittag hatten sie rund 40 ausgefüllte Ausweise im Scheckkartenformat laminiert. Ab 16 Jahren kann man einer Organentnahme per Ausweis zustimmen. Schon mit 14 Jahren darf man auf dem Spenderausweis zum Ausdruck bringen, dass man keine Organentnahme wünscht. Andere Interessenten haben sich Unterlagen mitgenommen, um das Thema mit ihren Familien zu besprechen. „Ich möchte nicht, dass sich meine Familie im Schockzustand über diese Frage auch noch Gedanken machen muss“, erzählt ein Besucher, „deshalb hatte ich das schon besprochen.“

Von Angelika Jansen

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