Sicherheitsdienst kontrolliert Hardausee / Ärger um wildes Urinieren am Schnellenmarkt

Vatertags-Ausflügler im Blick

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Zahlreiche Vatertags-Ausflügler werden morgen wieder durch den Landkreis ziehen. Die Polizei will ebenso präsent sein wie 2013, um Massenschlägereien unter alkoholisierten Feiernden zu verhindern.

Hösseringen/Landkreis. Die Polizei rechnet am morgigen Himmelfahrtstag wieder mit zahlreichen stark alkoholisierten Vatertags-Ausflüglern.

Damit es am Hardausee nicht wie in der Vergangenheit zu Massenbesäufnissen und Schlägereien kommt, greift die Gemeinde Suderburg auf ein umfangreiches Sicherheitskonzept zurück: Wie bereits 2013 wird ein Braunschweiger Sicherheitsdienst engagiert. Dessen Mitarbeiter werden an mehreren Stellen präsent sein, kündigt Suderburgs Gemeindedirektor Friedhelm Schulz an. Besuchern ist an diesem Tag das Mitbringen von alkoholischen Getränken untersagt. „Es finden Personen- und Gepäckkontrollen statt“, kündigt Schulz an.

Mit Verstärkung durch Beamte aus Lüneburg werden die Uelzener Polizisten morgen im gesamten Landkreis vertreten sein, berichtet Ralf Munstermann, Leiter des Streifendienstes. Die Beamten wollen wieder insbesondere den Oldenstädter See und die Wälder Richtung Flugplatz Barnsen im Blick haben. Und sie gehen davon aus, dass sich am Abend viele Gäste am Schnellenmarkt versammeln, wo bis 23 Uhr an einem Wagen Bier ausgeschenkt wird. Dass deshalb sechs mobile Toiletten aufgestellt werden müssen, verärgert den Inhaber des zugehörigen Cafés „Komma“, Sebastian Kühl. Er vergleicht den Vatertag mit dem Italienischen Abend, bei dem auch keine Verpflichtung zum Aufstellen von sechs Toiletten bestanden habe und die Gäste sogar den Sanitärbereich seines Ladens aufgesucht hätten. Bei bis zu 600 Vatertags-Gästen am Schnellenmarkt würden die zwei WC’s in dem Café ausreichen, findet er. Seine sechs Türsteher hätten schließlich beim vorigen Vatertag niemanden bemerkt, der gegen Häuserfassaden uriniert habe, und mobile Toiletten seien kaum benutzt worden.

Da hat Rechtsanwalt Eugen-Andreas Wahler andere Erfahrungen gemacht. Der Eingang seiner Kanzlei nahe des Schnellenmarktes ist im Sommer, speziell an Wochenenden und Feiertagen, immer wieder Zeugnis von Alkoholexzessen, sagt er. Erbrochenes, Urin, Kondome, Fastfood-Packungen, Glasscherben und Plastikbecher würden den Treppenaufgang verunstalten. „Es sieht aus wie Kraut und Rüben.“ Zudem würden Regenrohre, Briefkästen und andere Dinge beschädigt – „es ist schlimm“, sagt Wahlers.

Auch Streifendienst-Leiter Munstermann weiß von Beschwerden über wildes Urinieren und erinnert daran, dass diese Personen des Ortes verwiesen werden und 35 Euro zahlen müssen. Ab dem 1. Juni soll diese Ordnungswidrigkeit 55 Euro kosten.

Von Anna Petersen und Diane Baatani

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