„Todesmutig in die Fluten“

Die neue Beachvolleyballanlage wurde mit einem Turnier in Besitz genommen.

Wichtenbeck - Von Christine Kohnke. „Ich finde es schön, dass das Bad mitten im Ort ist. Da treffe ich immer jemanden. Und es ist nie so voll wie zum Beispiel in Uelzen.“ Marcel, Steffen, Michel und Vanessa aus Wichtenbeck haben ihr Freibad fast vor der Haustür. Und in diesem Sommer waren sie natürlich fast jeden Tag hier. Auch Sönke Kleuker aus Gerdau kommt öfters vorbei – und ganz besonders heute zum Dorffest.

Wichtenbeck feiert: 40 Jahre Freibad und die Einweihung der neuen Beachvolleyballanlage sind Grund genug für ein fröhliches Dorffest. Nicht, dass in den anderen Jahren nicht auch Dorffest gefeiert worden wäre, diesmal ist es aber ein ganz besonderes. „Am 20. Juni 1971 war die offizielle Einweihung unseres Bades“, erzählt Dorfsprecherin Ilse Holst, „gebadet wurde aber schon zum Sommerende 1970.“

Das Freibad ist kurz vor der damaligen Gebietsreform gebaut worden. Die Gemeinde Wichtenbeck hatte noch Geld in der Kasse – und das sollte im Ort angelegt werden. Die meiste Arbeit wurde allerdings in Eigenleistung erbracht. Das hat sich seither nicht geändert. Betreuung und Unterhaltung werden bis heute ehrenamtlich geleistet. Ottfried Feige und Uschi Gebbert sind dafür in Wichtenbeck nicht vergessen. „Der gute Zustand des Bades ist der Dorfgemeinschaft zu verdanken“, sagte auch der Stellvertretende Bürgermeister, Gernot Magyar.

„All dies ist keine Selbstverständlichkeit, dazu haben viele Menschen beigetragen. Solange wir selbstständige Gemeinden sind, wollen wir dies erhalten. Ich wünsche mir, dass es so bleibt.“ Uschi Gebbert sei übrigens bestimmt die einzige Bademeisterin gewesen, die nicht schwimmen konnte. „Aber im Zweifelsfalle hätte sie sich todesmutig in die Fluten gestürzt“, war sich Magyar mit einem Augenzwinkern sicher.

Ebenfalls in Eigenleistung ist die neue Beachvolleyballanlage gebaut worden. Sie wurde im Rahmen des Dorffestes mit einem Turnier in Besitz genommen – für Niklas Ferchau aus Dreilingen ein guter Anlass, erstens zum ersten Mal Beachvolleyball zu probieren und zweitens gleichfalls zum ersten Mal zum Wichtenbecker Dorffest zu kommen. „Die Anlage finde ich gut“, sagt er, nun werde er wohl öfters „rüberkommen“. Außerdem gab es beim Dorffest viel für die Kinder zu erleben, die Frauen hatten leckere Torten gebacken und man saß bis in den späten Abend gemütlich zusammen. „Bei uns braucht man nicht viel zu sagen, es klappt eigentlich immer“, fasst es die Wichtenbeckerin Ilse Holst zusammen.

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