Von Sport-Patenschaft bis Freifunk: Suderburger öffnen ihre Herzen

Bürger wollen Flüchtlinge unterstützen

Suderburg. „Es liegt in Ihrer Hand, wie sich das Ankommen hier gestaltet.“

Josefin zum Felde

Diesen Appell zur Unterstützung von Asylbewerbern und Flüchtlingen in Suderburg richtete Josefin zum Felde, Leiterin der „Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe“ im Kreis Uelzen, am Montagabend an die rund 150 Besucher einer Infoveranstaltung zu diesem Thema. Und die Resonanz war überwältigend: Spontan erklärten sich zahlreiche Zuhörer bereit, den Menschen, die demnächst in Suderburg eintreffen werden, mit konkreten Maßnahmen zu helfen.

„Jeder, der beim VfL Suderburg Sport machen möchte, ist herzlich willkommen“, lud Vereins-Geschäftsführer Hartmut Sroka die Asylbewerber und Flüchtlinge zu den Angeboten des VfL ein. Außerdem erklärte ein Besucher des Informationsabends, dass er den Mitgliedsbeitrag eines Neuankömmlings in dem Sportverein sponsern werde.

Unterstützung kündigte auch Rüdiger Biernat, Vorsitzender des Vereins Freifunk Uelzen, an. Er wird drei Freifunk-Router an Asylbewerber und Flüchtlinge spenden. Damit können diese im Internet Kontakt zu ihren Familien in der Heimat aufnehmen.

Auch die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde will sich einbringen. Deren Mitglied Rele Vogt-Sest berichtete, dass sich in Suderburg eine Willkommensgruppe für Asylbewerber und Flüchtlinge gegründet hat. Das erste Treffen findet am 5. August ab 19 Uhr im örtlichen Pfarrhaus statt. Jeder, der mitwirken möchte, ist willkommen. Vogt-Sest rief dazu auf, den Neubürgern bei alltäglichen Dingen zu helfen – sie bei Einkäufen zu begleiten oder ihnen privaten Deutschunterricht zu geben.

Konkrete Hilfen sagte auch die Suderburger Ostfalia Hochschule zu. Flüchtlinge mit akademischem Hintergrund sollen als Gasthörer an Lehrveranstaltungen teilnehmen können, kündigte Flemming Hansen, Dekan der Fakultät Handel und Soziale Arbeit, an. Außerdem werden Studenten im kommenden Semester ein Projekt für Flüchtlinge starten. „Wir als Hochschule wollen einen Beitrag zur Willkommenskultur leisten“, betonte Hansen.

Von Bernd Schossadowski

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