Bauausschuss der Gemeinde lehnt Antrag auf Radwegebau von der B 4 nach Stadensen ab

Suderburg will kein Vorreiter sein

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Nach der mehrheitlichen Empfehlung des Bauausschusses soll die Gemeinde Suderburg den Radwegebau vom B 4 -Kreisel nach Stadensen vorerst nicht beim Landkreis anmelden.

Suderburg. Die Pläne für den Bau eines Radwegs an der Kreisstraße 14 zwischen dem B 4-Kreisel und Stadensen (AZ berichtete) können vorerst nicht auf Unterstützung durch die Suderburger Politik hoffen.

Mit vier zu eins Stimmen hat sich der Bauausschuss der Gemeinde jetzt dagegen ausgesprochen, das Projekt beim Landkreis anzumelden – und das, obwohl der Suderburger SPD-Ortsverein, Bürgermeister Hans-Hermann Hoff (Grüne) und der Tourismusverein Suderburger Land zuvor ein klares Bekenntnis für diese Verbindung abgegeben hatten.

„Das ist das kreisweit wichtigste Radwegeprojekt“, erklärte Götz Schimmack (parteilos) dem Ausschuss, warum er den Bau beantragt hat. Für die Besucher des Stadenser Sommerbades, aber auch aus touristischen Gründen sei ein Radweg entlang der K 14 erforderlich. Jetzt sei „ein offizielles Bekenntnis der Gemeinde zu dem Radweg nötig. Sonntagsreden reichen nicht aus“, sagte Schimmack, der im Bauausschuss kein Stimmrecht hat.

Sein Appell fand bei der Mehrheit des Gremiums indes kein Gehör. Zunächst müsse es eindeutige Signale aus der Stadt Uelzen und der Gemeinde Wrestedt geben, auf deren Flächen der Hauptteil des Radweges verlaufen würde, sagte Reinhard Dehrmann (WSL): „Wenn alle sich einig sind, werden wir uns dem nicht verschließen. Aber wir müssen als Kleinster nicht als Erster nach vorne preschen.“

Udo Depner (CDU) betonte, dass nur 280 Meter des Radwegs auf Suderburger Gebiet lägen. „Wenn wir jetzt den Antrag stellen, sind wir vielleicht die Ersten, die diese Planung losstoßen müssen“, warnte er vor möglichen Kosten für die Gemeinde. Grundsätzlich unterstütze die CDU-Fraktion den Radweg. „Wenn er an uns herangetragen wird, werden wir uns daran beteiligen.“

Auch Jan Lüder (SPD) hält eine Vorreiterrolle Suderburgs für falsch. Die Gemeinde sei bei dem Projekt „der kleinste Teil“, sagte er. „Erst mal muss die Samtgemeinde Aue ihre Hausaufgaben machen, bevor wir da einsteigen.“

Nur Christine Kohnke-Löbert (Grüne) plädierte für den Bau des Radwegs. Zwar sei das zunächst nur eine symbolische Aussage. „Aber wir müssen ein Willensbekenntnis abgeben, sonst dreht sich alles im Kreis“, bekräftigte sie.

Kein Verständnis für die Ablehnung seines Antrags zeigte Schimmack. Abzuwarten und auf die Signale anderer Kommunen zu warten, sei „ein untaugliches Spiel“, kritisierte er den Ausschuss. „Damit kriegen Sie nie ein Projekt hin.“

Von Bernd Schossadowski

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