Samtgemeinderat stimmt für Gründung eines Zweckverbandes mit der Hansestadt

Suderburg und Uelzen: Gemeinsame Wege beim Abwasser

+
Bei der Abwasserbeseitigung, hier die Kläranlage in Suderburg, will die Samtgemeinde mit der Stadt Uelzen zum 1. Januar 2017 einen Zweckverband gründen. Der Samtgemeinderat stimmte dem Vorhaben jetzt mit großer Mehrheit zu.

Suderburg. Es ist eine Entscheidung mit möglicherweise großer Tragweite. Der Suderburger Samtgemeinderat hat jetzt mit breiter Mehrheit der Gründung eines Abwasserzweckverbandes mit der Stadt Uelzen zugestimmt.

Das Ziel der Kooperation, die zum 1. Januar 2017 in Kraft treten soll: Der Abwasserbetrieb der Samtgemeinde Suderburg und der Eigenbetrieb Stadtentwässerung Uelzen wollen Synergie-Effekte nutzen, damit Kosten sparen und die Abwassergebühren langfristig stabil halten.

13 Mitglieder des Samtgemeinderates stimmten der Gründung des Verbandes zu. Lediglich Manfred Mikulla (SPD) und Reinhard Dehrmann (WSL) waren dagegen, während sich Ulrich Mietzner und Gabriele Behn (beide SPD) enthielten. Am Montag, 20. Juni, wird nun auch der Rat der Stadt Uelzen über die geplante Einrichtung des Abwasserzweckverbandes entscheiden.

Ein Befürworter dieser Zusammenarbeit ist Suderburgs CDU-Fraktionschef Wilhelm Schröder. „Uns als Samtgemeinde wird das guttun“, sagte er mit Blick auf den Verband. „Wir brauchen uns in Zukunft nicht mehr mehr mit jedem Kleinkram beschäftigen.“ Das sei ab 2017 die Aufgabe des Verbandsgeschäftsführers. Als kleine Kommune mit knapp 7000 Einwohnern könne Suderburg die Aufgaben rund ums Abwasser nicht mehr allein bewältigen und sei deshalb „auf fremde Hilfe angewiesen“, meinte Schröder. Sein Fraktionskollege Jörg Hillmer brach ebenfalls eine Lanze für die Kooperation mit Uelzen. Dadurch werde „eine Professionalisierung unserer Abwasserbeseitigung“ erreicht, erklärte er.

Auch Hans-Hermann Hoff (Grüne) stimmte für den Abwasserverband. Dieser sei ein positives Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit. „Wir wollen eine starke Gemeinschaft mit Uelzen bilden“, bekräftigte Hoff. Dem schloss sich Dierk Pellnath (WSL) an. „Ich bin zuversichtlich, dass wir den richtigen Weg einschlagen“, sagte er. Suderburg werde im Verband sein Mitspracherecht behalten und keine finanziellen Nachteile erleiden.

Auf scharfe Kritik stieß die geplante Kooperation dagegen bei Teilen der SPD-Fraktion. Manfred Mikulla monierte, dass der Verband den Stempel der Stadt Uelzen trage und Suderburgs Einfluss in dem neuen Gebilde begrenzt sei. Überlegungen über eine andere Verbandsstruktur seien nicht angestellt worden. Außerdem seien die Vorteile Suderburgs durch die viel zitierten Synergie-Effekte nur gering. Die SPD-Fraktion im Samtgemeinderat sei „nicht grundsätzlich gegen einen Abwasserverband“, erklärte Mikulla. Jedoch müssten die Strukturen die Interessen der Samtgemeinde in angemessener Form widerspiegeln. „Die vorliegende Fassung der Verbandsordnung gewährleistet dies aus unserer Sicht keineswegs“, kritisierte Mikulla.

Von Bernd Schossadowski

Kommentare