Samtgemeinderat stimmt Ausweitung des Schienentarifs auf den Landkreis Uelzen zu

Suderburg hofft auf HVV-Impulse

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Nur noch ein einziges Zugticket für die Fahrt im gesamten Hamburger Verkehrsverbund – das wünschen sich viele Bürger im Landkreis Uelzen. Der Suderburger Samtgemeinderat hat jetzt einem Finanzierungsvorschlag für die Ausweitung des HVV-Tarifs mehrheitlich zugestimmt

Suderburg. Die geplante Einführung des HVV-Tarifs auf den Schienenstrecken im Landkreis Uelzen hat eine weitere Hürde genommen.

Am Dienstagabend hat sich der Suderburger Samtgemeinderat mit großer Mehrheit für ein Finanzierungsmodell ausgesprochen, bei dem die jährlichen Kosten für die Erweiterung des Verkehrsverbundes ab 2018 mindestens 1,6 Millionen Euro betragen würden.

Und so soll das Ganze finanziert werden: 800 000 Euro würde das Land übernehmen, 400 000 Euro der Landkreis Uelzen und weitere 400 000 Euro die Kommunen im Kreis. Auch die Stadt Hamburg wäre mit im Boot. Sie hat signalisiert, 10 bis 15 Prozent der Kosten tragen zu wollen.

Die Samtgemeinde Suderburg würde rund 27 000 Euro pro Jahr beisteuern. Der Anteil des Landkreises wiederum könnte durch eine Anhebung der Kreisumlage um 0,5 Punkte ab 2018 finanziert werden. Einen politischen Beschluss gibt es dazu aber noch nicht.

Von der Tarifausweitung werde der Landkreis Uelzen profitieren, ist Samtgemeinderatsmitglied Jörg Hillmer (CDU) überzeugt. „Der größte Vorteil des HVV ist: Der Hamburger nimmt uns als Teil seines Großraums wahr. Das ist gut für uns, zum Beispiel, was den Tourismus angeht“, sagte Hillmer. Zugleich bedauerte er es, dass das Land dem Kreis Uelzen nur 50 Prozent der Gesamtkosten für die HVV-Anbindung zahlen wolle. Andere Kreise in Niedersachsen erhielten eine 100-prozentige Förderung. „Aus meiner Sicht wäre da mehr Potenzial gewesen, zu pokern und mehr rauszuholen beim Land“, meinte Hillmer. Dank zusätzlicher Regionalisierungsmittel des Bundes habe Niedersachsen eigentlich genug Geld für eine höhere Förderung Uelzens gehabt. Doch das Land lasse diese Mittel dem Großraum Braunschweig zukommen. Hillmer stimmte letztlich aber für das Finanzierungsmodell zum HVV-Beitritt – ebenso wie zwölf weitere Mitglieder des Samtgemeinderates.

Dagegen lehnte Dirk-Walter Amtsfeld (fraktionslos), Bürgermeister von Eimke, eine Tarif-Ausweitung ab. „Wir als kleine Kommune werden vom HVV-Anschluss überhaupt nicht profitieren“, sagte er. Kein Pendler aus Eimke werde mit dem Zug vom Suderburger Bahnhof nach Hamburg fahren, sondern dafür weiterhin das Auto nutzen. „Ich sehe keine großen Sinn darin, den HVV mit unserem spärlichen Haushalt mitzufinanzieren“, bekräftigte Amtsfeld.

Zwiegespalten war Stefan Kleuker (CDU). Als Mitglied des Samtgemeinderates sei er für die HVV-Ausweitung, als Bürgermeister von Gerdau erkenne er indes keinen großen Nutzen für seine Gemeinde. „Zu 100 Prozent ist der Funke bei mir nicht übergesprungen“, gab Kleuker zu und enthielt sich ebenso wie Wilhelm Schröder und Elvira Hentschke (beide CDU) der Stimme. Zuversichtlich zeigte sich hingegen Dierk Pellnath (WSL): „Der HVV bringt der Samtgemeinde Positives. Wir können uns dem nicht verwehren.“

Von Bernd Schossadowski

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