Gemeinde Suderburg sucht nach neuem Konzept für Kinder- und Jugendzentrum

Studenten stehen Schlange

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Ruhige Kugel schieben: Auch ein Billiardtisch gehört zum Inventar des Suderburger Kinder- und Jugendzentrums. Die Gemeinde sucht nach einem neuen Konzept.

Suderburg. Im Suderburger Kinder- und Jugendzentrum (Juz) hat es in letzter Zeit viele Veränderungen gegeben. Die bisherige feste Kraft Jennifer Bokelmann ist bereits seit Oktober nun ausschließlich im DRK-Kindergarten tätig.

Die Verantwortung im Juz haben seitdem die Studenten des Sudiengangs „Soziale Arbeit“ Nina Jäger, Jan Vander und Julia Zimmer übernommen. Momentan hat die Einrichtung vier Tage die Woche geöffnet. Doch wie soll es weitergehen mit dem Angebot – diese Frage stellen sich die Vertreter der Gemeinde Suderburg. Der Ausschuss für Jugend, Sport und Soziales war an der Reihe, ein tragfähiges Betreuungsangebot zu erstellen.

Verschiedene Möglichkeiten wurden andiskutiert: So wurden Ruth Andrick und Matthias Tetzlaff vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) eingeladen. „Das CJD betreibt die Jugendzentrem in Bad Bodenteich und Rosche“, begründete der Ausschussvorsitzende Dierk Pellnath (WSL).

Und so gaben Tetzlaff und Andrick einen kleinen Überblick über die Arbeit des CJD. Was die Ausschussmitglieder der Gemeinde in erster Linie interessierte, waren die Kosten. 26 556 Euro pro Jahr müssten die Suderburger für die Stelle mit 20 Stunden pro Woche einplanen.

„Wir müssen uns fragen, ob es sich lohnt“, sagte Bürgermeister Hans-Hermann Hoff (Grüne). Er kann sich wie viele andere Ausschussmitglieder auch, ein Konzept wie im Jugendtreff in Oetzen vorstellen. Dort ist eine feste Kraft mit lediglich sechseinhalb Stunden vertreten, den Rest erledigen ehrenamtliche Mitarbeiter. Anstatt ehrenamtlicher Mitarbeiter können die Suderburger auf Studenten zurückgreifen – und die stehen Schlange: „Wir bekommen viele Anfragen nach Praktika“, schilderte Jan Vander. Doch das Problem: Für ein anerkanntes Praktikum ist eine ausgebildete pädagogische Kraft notwendig. Deshalb müssen die aktuellen Juz-Mitarbeiter den Bewerbern immer wieder Absagen erteilen. „Die Studenten sind ein Riesen-Potential in Suderburg“, ist sich Ruth Andrick sicher. Einen kleinen Einwand hatte Jan Vander jedoch in Bezug auf die studentischen Kräfte, zu denen er selbst ja auch zählt: „Die Jugendlichen brauchen feste Ansprechpartner.“ Nina Jäger beispielsweise ist seit einem Jahr dabei, aber im Januar des nächsten Jahres wieder weg. „Die Jugendlichen kommen in erster Linie nicht wegen der Räumlichkeiten, sondern wegen uns“, schätzen die drei Studenten. Ob die drei Juz-Mitarbeiter denn eine Liste über die Jugendlichen und deren Altersstruktur führen, wollte Dagmar Hillmer (CDU) wissen. „Wir haben es versucht, aber wenn der Laden voll ist, dann haben wir für die Dokumentation keine Zeit“, erwiederte ihr Jäger.

„Ist es denn möglich, so eine Einrichtung mit einer Fachkraft und studentischen Hilfskräften zu führen“, fragte Gemeindedirektor Friedhelm Schulz die CJD-Vertreter. Ruth Andrik hält diese Lösung sogar für besser als das Modell in Oetzen. „Wäre denn auch eine Fachkraft mit zehn Stunden machbar“, wollte Ulrich Mietzner (SPD) vor allem mit Blick auf Projektstudenten wissen, die ihr Projekt für drei Monate im Suderburger Juz absolvieren. „Da ist die Prüfungsordnung der Ostfalia entscheident“, antwortete Jan Vander. Aus diesem Grund schlug der Gemeindedirektor vor, künftig auch die Hochschule bei der weiteren Diskussion mit ins Boot zu holen.

Von Jörn Nolting

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