Suderburger Fachausschuss befürwortet Bauvorhaben eines Landwirts bei Hösseringen

Ein Stall für 174 Milchkühe

Hösseringen. In Hösseringen betreibt er bereits Milchviehhaltung, nun will Landwirt Werner Meyer seinen Betrieb erweitern und nordöstlich des Ortes einen Stall mit 174 weiteren Plätzen errichten.

Für dieses Vorhaben hat der Bauausschuss der Gemeinde Suderburg am Montagabend einstimmig grünes Licht gegeben. Anfang Januar wird der nichtöffentliche Verwaltungsausschuss darüber befinden, die Entscheidung trifft letztlich der Landkreis als Genehmigungsbehörde.

Der Bauantrag sieht neben dem Milchviehstall unter anderem die Errichtung eines Melkhauses mit Vorwartehof, eines Laufhofs, einer Fahrsilo-Anlage und eines etwa 3000 Kubikmeter fassenden Güllebehälters vor. Ein weiterer Behälter mit 1200 Kubikmetern Gülle-Volumen ist dort bereits vorhanden.

„Aus unserer Sicht ist alles, was strittig war, abgearbeitet. Das gemeindliche Einvernehmen ist zu erteilen“, sagte Bau-Fachbereichsleiter Rüdiger Lilje in der Ausschuss-Sitzung. So sei die Anlage im Außenbereich von Hösseringen geplant und deshalb privilegiert. Die Erschließung sei durch bestehende Wirtschaftswege gesichert. Zudem liege eine positive Prognose hinsichtlich der Ammoniak-Immissionen des Milchviehstalls vor. Weitere Gutachten seien aufgrund der großen Abstände aus Sicht des Landkreises nicht erforderlich, berichtete Lilje.

Zwar befinde sich die vorgesehene Baufläche in einem Landschaftsschutzgebiet (LSG) und müsse somit von der Unteren Naturschutzbehörde für zulässig erklärt werden. Das hält Lilje aber für sehr wahrscheinlich. „Aufgrund der Eigentumssituation sind keine anderen geeigneten Standorte außerhalb des LSG ersichtlich“, sagte er.

Hans-Hermann Hoff

Im Bau- und Wegeausschuss stieß das Vorhaben von Landwirt Meyer auf breite Zustimmung. „174 Plätze, das bedeutet eine reine Existenzsicherung. Ich sehe da keine Bedenken“, sagte Hans-Hermann Hoff (Grüne). Die Frage sei nur, ob sichergestellt werde, dass das benachbarte Naherholungsgebiet Hardausee nicht von Geruchsimmissionen aus dem Stall beeinträchtigt werde.

„Man kann nie ausschließen, dass etwas riecht“, antwortete Lilje. Doch nach der Prüfung der Abstände zum See und der vorherrschenden Windrichtung gebe es Entwarnung. „Der Stall liegt zu weit weg, als dass es dort zu Immissionen käme“, erklärte der Fachbereichsleiter.

Jan Lüder

Auch Ausschussmitglied Jan Lüder (SPD) stimmte für das Bauvorhaben. Hinsichtlich der Gerüche sei ein Milchviehstall deutlich unproblematischer als ein Schweinestall, meinte er. Außerdem gebe es in der Region überwiegend Südwestwind, der Stall solle aber nordöstlich von Hösseringen errichtet werden. Lüders Fazit: „Das spricht gegen eine Geruchsbelästigung. Aus meiner Sicht ist das Ganze unproblematisch.“

Von Bernd Schossadowski

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