Nächste Etappe der mehrjährigen Ostsee-Tour: Evangelische Jugend Suderburg erkundet dänische Inseln

Sonne, Segel und Seehund-Eskorte

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Tour auf der Ostsee: Rund eine Woche war eine Gruppe der Evangelischen Jugend Suderburg in dem selbst gebauten Wikingerboot „Dreygil“ in dänischen Gewässern unterwegs.

Suderburg/Seeland. Sie erlebte eine Woche lang die grenzenlose Freiheit auf der Ostsee. Trotzdem stand die elfköpfige Besatzung der Evangelischen Jugend Suderburg bei ihrer jüngsten Bootstour zur dänischen Insel Seeland unter Beobachtung – und zwar tierischer.

„Wir hatten streckenweise Begleitung durch neugierige Seehunde“, erzählt Diakon Ingo Voigt, der die abwechslungsreiche Sommertour organisiert hatte.

Sonne tanken an Bord: Auch Faulenzen war während der rund einwöchigen Bootstour angesagt. Fotos: privat

Wie berichtet, hat die Jugendgruppe der St.-Remigius-Kirchengemeinde das hölzerne Wikingerboot „Dreygil“ selbst gebaut. Es wurde 2009 auf dem Hardausee getauft. Das Ziel der jungen Leute ist, mit dem Boot von Flensburg aus etappenweise nach Norden zu segeln und zu rudern. Dabei setzen sie immer dort ein, wo sie im Vorjahr angekommen sind. Auf diese Weise wollen sie in ein paar Jahren das Ziel im schwedischen Haparanda – am oberen Ende der Ostsee – erreichen. Übernachtet wird auf Campingplätzen. 2015 kam die Gruppe im Hafen Onsevig auf der dänischen Insel Lolland an. Dort begann die diesjährige Bootstour zur Hauptinsel Seeland. Unterwegs wartete eine Reihe von Abenteuern auf die Suderburger. Eines der Probleme war die Seekrankheit. „Solange man selbst rudert, ist alles o.k., egal wie hoch die Wellen sind“, berichtet Voigt. Doch wenn man beim Segeln untätig im Boot sitze, mache einem der Seegang in Form von Übelkeit zu schaffen. Doch auch diese Widrigkeit überwanden die jungen Leute.

Ein weiteres Problem war das Wetter. Zwar schien häufig die Sonne, doch manchmal war der Wind einfach zu stark, um sich aufs Wasser zu wagen. Mitunter setzte auch das seichte Wasser der „Dreygil“ zu. Zwar hat diese vollbeladen nur etwa 40 Zentimeter Tiefgang, doch es gab einige Stellen, die zu flach dafür waren. „Es dauerte nicht lange, bis wir uns festgefahren hatten“, erzählt Voigt. Deshalb mussten mehrere Mitglieder der Gruppe aussteigen, um das Wikingerboot in tieferes Wasser zu schieben. „Wir ließen uns dabei die Quallen um die Waden wabbeln“, schildert der Diakon.

Besonders beeindruckend war für die Jugendlichen der Blick auf die großen Autobahnbrücken Storstrømsbroen und Farøbroen, die sie mit der „Dreygil“ unterquerten. Schließlich erreichten sie wohlbehalten nach rund einer Woche das Ziel der Tour, den kleinen Hafen Sandvik auf der Insel Seeland. Voigts Fazit: „Es war wieder einmal eine tolle Reise. Wir freuen uns aufs nächste Jahr, wenn es weiter in Richtung Schweden geht.“

Von Bernd Schossadowski

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