Deutschlandstipendium in Suderburg: Lernen alleine reicht nicht / Philip Gieleßen ausgewählt

Wer sich engagiert, wird gefördert

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Suderburg/Hannover. Die Deutschlandstipendien mit denen Studierende im ganzen Bundesgebiet finanziell unterstützt werden, sind in Niedersachsen fast alle vergeben.

Philip Gieleßen

Und eine der begehrten Finanzspritzen hat Philip Gieleßen vom Campus Suderburg ergattert – und zwar als einziger der Fakultät „Handel und Soziale Arbeit“ der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. Monatlich werden Studierende mit herausragenden Leistungen und gesellschaftlichem Engagement mit 300 Euro gefördert. Die Kosten der Stipendien werden jeweils zu 50 Prozent vom Bund und von privater Hand finanziert. Die Hochschulen vergeben die Stipendienplätze eigenverantwortlich.

Herausgepickt wurden junge Leute, die sich nicht nur in Sachen Studienleistung an der Hochschule verdient gemacht haben. „Bei mir spielte zum Beipiel eine Rolle, dass ich mich am Campus im Allgemeinnen Studierenden Ausschuss (AStA) und in anderen Hochschulgremien engagiere“, erklärt Philip Gieleßen. „Außerdem habe ich einen kleinen Sohn. Das hat sich sicher auch positiv für das Stipendium ausgewirkt.“ Für ein Jahr – das Deutschlandstipendium wird üblicherweise zunächst für zwei Semester ausgezahlt – bekommt Gieleßen 300 Euro im Monat aus dem Stipendium. Besonders reizvoll an dem Angebot: Es ist einkommensunabhängig und muss anders als das Bafög nicht zurückgezahlt werden. Länger als bis zur Regelstudienzeit wird es aber nicht genehmigt.

Der stellvertretende Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz und Präsident der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Professor Dr. Wolf-Rüdiger Umbach, sagte: „Die Umsetzung und Einwerbung von Drittmitteln war für die Hochschulen kein Selbstläufer. Dennoch hat sich die Arbeit gelohnt und wir haben es geschafft, bereits im ersten Jahr möglichst vielen Studierenden die zusätzliche Unterstützung zu gewähren. Wir werden die ersten gesammelten Erfahrungen nutzen, um künftig noch mehr Stipendien anbieten zu können.“ An allen vier Standorten der Ostfalia (Suderburg, Wolfenbüttel, Salzgitter und Braunschweig) wurden bisher 35 Studierende durch dieses Stipendium gefördert.

Nach der ersten Welle durch den doppelten Abitursjahrgang im Jahr 2011 rechnet das Wirtschaftsministerium auch dieses Jahr mit erhöhten Studentenzahlen. Für die zusätzlichen 13 400 Studienanfänger der ersten Phase des Hochschulpakts in den Jahren 2007 bis 2010 hat das Land den Hochschulen in Niedersachsen 190 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Bis 2015 werden weitere über 38 800 zusätzliche Studienanfängerplätze aus der zweiten Phase des Hochschulpakts mit circa 750 Millionen Euro finanziert. Dabei setzten sich die genannten Beträge jeweils zu 50 Prozent aus Bundesmitteln zusammen. Niedersachsen investiert vor allem in die Qualität der Lehre: Fast 83 Prozent aller Studierenden kommen zu einem erfolgreichen Abschluss. Damit schneidet Niedersachsen als bestes Flächenland bundesweit ab.

Von Wiebke Brütt

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