Chaos am Hardausee nach Himmelfahrt: Politik überlegt Möglichkeiten für nächstes Jahr

Scherben im Sandstrand

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Müll ohne Ende: Im Wasser und am Strand des Hardausees hinterließen Jugendgruppen vor einer Woche ihren Unrat. Besonders die Scherben im Sand veranlassen die Gemeindepolitik zu überlegen, wie es im nächsten Jahr verhindert werden kann.

Hösseringen. Für die Besitzer des Kiosks am Hardausee in Hösseringen war Himmelfahrt „eine Katastrophe“. Ute und Frank Düver hatten schon am Vorabend Bauchschmerzen.

Der Grund: Nachdem am Flugplatz in Barnsen alkoholisierte Vatertags-Ausflügler keinen Zutritt mehr haben und der O-See in Uelzen von der Polizei nach diversen Schlägereien ins Visier genommen wird, pilgern zahlreiche Gruppen nun zum Hardausee nach Hösseringen. Die Folgen sind unübersehbar: Jede Menge Müll liegt am Ufer und im Wasser des Sees. Das Schlimmste: die Glasscherben im Sandstrand. „Die Badegäste können sich die Füße aufschneiden“, befürchtet Frank Düver.

Nun schaltet sich auch die Politik ein. Während des jüngsten Bauausschusses der Gemeinde Suderburg berichtete Gemeindedirektor Friedhelm Schulz von seinen Eindrücken. Er war am Himmelfahrts-Donnerstag am Hardausee, um sich selbst ein Bild zu machen – und er bestätigt den Eindruck von Frank Düver: „Am Freitag war der Bauhof den ganzen Vormittag im Einsatz.“ Aber was tun? „Entweder wir riegeln das Gelände im nächsten Jahr ab, legen die Verantwortung in die Hände eines Einzelnen oder verbieten es insgesamt“, so der Vorschlag des Gemeindedirektors. Doch der Ausschussvorsitzende Udo Depner (CDU) gibt zu bedenken, dass es sich bei der Fläche um ein öffentliches Gelände handelt. Er hat einen ganz anderen Ansatz: „Das ist ein Gesellschaftsproblem“, so seine Meinung und er sieht die Eltern der Jugendlichen in der Verantwortung. Immerhin befinden sich in den Gruppen 12- und Dreizehnjährige, die nicht nur rauchen, sondern auch harten Alkohol trinken.

Auch Frank Düver hat das vor einer Woche beobachtet: „Es waren mehr Mädchen als Jungs da. Und die waren stocksteif.“ Schon um 12.30 Uhr musste das erste Mal der Notarztwagen zum Hardausee fahren. Düver hat aufgrund des Andrangs die Toiletten des Kiosks schließen müssen, weil sie extrem verunreinigt waren. Das gößte Problem sieht der Kioskbesitzer jedoch in den Scherben, die teilweise noch immer am Badestrand zu finden sind. Sein Vorschlag: ein Flaschenverbot am Sandstrand für das nächste Jahr. „Die können hier ja gerne feiern, aber die Badegäste finden immer noch Glas-Überreste“, sagt Düver. Und auch einen Appell an die Eltern hält er für notwendig.

Von Jörn Nolting

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