Vielfältiges Programm beim Erntedank- und Kartoffelfest im Museumsdorf Hösseringen

Roder, Rüttler und eine besinnliche Rast

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Der Kartoffel-Rüttler stieß bei den Besuchern des Museumsdorfes auf großes Interesse. 

Hösseringen. Am Ende öffnete der Himmel seine Schleusen und schickte den Regen im Übermaß. Das machte den Besuchern des Erntedank- und Kartoffelfestes im Museumsdorf Hösseringen aber nichts aus, denn sie hatten einen langen Tag mit vielen Erlebnissen hinter sich.

Fröhlichkeit, Mitmachen, gutes Essen und Dankbarkeit für ein gutes Erntejahr standen im Mittelpunkt des Traditionsfestes im Museumsdorf. Dieses wurde wie in jedem Jahr von der Landjugend und dem Museumsteam gemeinsam ausgerichtet.

„Wieviel ist genug?“, fragte Pastorin Stefanie Arnheim aus Suhlendorf, die den musikalischen Gottesdienst im Brümmerhof hielt. „Diese Frage wird jeder unterschiedlich beantworten, je nachdem, worum es geht. Genug Zeit, genug zu essen, genug Geld, genug zum Leben – was zählt im Leben?“, sagte Arnheim, die passend zum Ort des Geschehens den Bogen aus der Vergangenheit in die Gegenwart schlug: „Nur noch zwei Prozent der Menschen sind heute in der Landwirtschaft tätig.“

Nach der besinnlichen Rast im Brümmerhof nahm der Trubel rund um die historischen Häuser an Fahrt auf. Familie Voltmer aus Steimke machte Station am Kartoffelrüttler, den ihre Jungs Claas und Leonhardt mit jeder Menge Kraftaufwand an der Kurbel in Gang setzten. „Die großen Kartoffeln fallen in die Säcke und die kleinen unten in den Korb“, erklärte Leonhardt, der auch schon die große Dampflokomobile und die Dreschmaschine bestaunt hatte. „Da wird das Korn gedroschen.“

Daniel Jendrosch aus Nettelkamp war mit Sohn Damian auf dem Kartoffelacker unterwegs. Damian sammelte eifrig Kartoffeln und war der Meinung, dass diese irgendwie anders aussehen als die, die zu Hause auf den Tisch kommen. „So ein bisschen rot“, meinte er. Seine Schwester Maja machte einen besonderen Fund: eine rote Herzkartoffel. Noch lieber als Kartoffeln essen die beiden allerdings Nudeln, wie sie zugaben. Nun musste aber Platz gemacht werden, denn der Kartoffelroder tuckerte lautstark heran.

Hanni aus Lüneburg, die mit ihren Großeltern aus Böddenstedt unterwegs war, zog es lieber zu den Schweinen. Die beiden Bentheimer ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Und während die Norweger-Pferde bedächtig den Göpel drehten, am Sägegatter dicke Stämme in schlanke Bretter zersägt wurden, die Schrotmühle tuckerte und die Häckselmaschine langes Stroh klein machte, leerte sich die Kuchentheke der Landjugend Rosche-Wieren im Eiltempo.

„Wir haben unsere Torten schon alle verkauft, und der Kuchen ist auch gut weggegangen“, freute sich Maren Sidor, die mit 20 Leuten vor Ort war. Gebacken hatten die Jugendlichen selbst, nur der Butter- und Streuselkuchen wurde von einer Bäckerei beigesteuert.

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