Starke Nachfrage wegen Doppelabitur: Ostfalia Hochschule und Leuphana Universität unter den Spitzenreitern

20 Prozent mehr Studierende

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Bereits 2009 begannen am Campus Suderburg die Vorbereitungen auf den doppelten Abiturjahrgang: Räume wurden saniert und ausgebaut, das Personal der Fachhochschule aufgestockt.

Suderburg/Lüneburg/Hannover. Rund 20 Prozent mehr Studierende – mit dieser Zahl hatten Hochschulen in Niedersachsen in Sommer- und Wintersemester 2011 zu tun. Grund hierfür war der doppelte Abiturjahrgang sowie das Aussetzen der Wehrpflicht.

Die Hochschulen nahe des Landkreises stehen in der Gunst der Studierenden besonders weit oben: Die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften ist im Ranking um den größten Studierendenzuwachs in der Kategorie der Fachhochschulen Spitzenreiter. Die Leuphana Universität in Lüneburg belegt in Sachen steigende Studentenzahlen bei den Universitäten hinter der Leibniz-Uni Hannover den zweiten Platz.

36 914 Frauen und Männer haben dieses Jahr ihr Studium im Bundesland aufgenommen. Das sind rund 6000 Studienanfänger mehr als im Vorjahr. Dies haben die aktuellen Schnellmeldungen der Hochschulen ergeben. Diese Rekordzahl entspricht nahezu exakt den Planungen des Landes, das mit 36 000 neuen Studierenden kalkuliert hat. „Land und Hochschulen ist eine Punktlandung gelungen: Unsere sehr frühzeitig gestarteten und eng abgestimmten Vorbereitungen haben sich gelohnt“, erklärt Wissenschaftsministerin Professor Dr. Johanna Wanka. „Die Kapazitäten der Universitäten und Fachhochschulen haben wir mit zusätzlichem Geld aus dem Hochschulpakt rechtzeitig und bedarfsgerecht ausgebaut.“

Einen Bilderbuchverlauf kann auch der Campus Suderburg der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften vermelden. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Evelyn Meyer-Kube, Pressesprecherin der Hochschule. Größere Störungen im Ablauf, verursacht durch die gestiegenen Studentenzahlen, sind ihr nicht bekannt. Immerhin hatte die Hochschule sich auch zeitig auf einen möglichen Ansturm vorbereitet. Seit 2009 laufen Sanierungs- und Umbauarbeiten in Suderburg, dem jüngsten der vier Ostfalia Standorte (Wolfenbüttel, Salzgitter, Braunschweig, Suderburg). Nach Brandschutzmaßnahmen und energetischer Sanierung ging es ab 2010 auch um die Modernisierung der Labore, Horsäle und Unterrichtsräume. Rund 450 000 Euro wurden in den Umbau der Aula, den größten Vorlesungsraum des Standortes Suderburg investiert.

Auch in Sachen Lehre hat der Campus Suderburg aufgestockt – und zwar nicht erst seit diesem Jahr. Immerhin kam der doppelte Abiturjahrgang für die Hochschule ja nicht überraschend, wie das Ostfalia-Team betonte. So sei die Aufnahmekapazität der Ostfalia an den vier Standorten von regulär 1700 neuen Studienplätzen pro Jahr bereits in 2010 auf 2400 Plätze erhöht worden. Dieses Jahr wurden wegen der besonderen Situation sogar 3400 neue Studienplätze geschaffen. zudem wurden etwa 100 neue Beschäftigte in Lehre und Service eingestellt. „Die Aufnahme der doppelten Abiturjahrgänge hat in diesem Jahr durch die ausgezeichnete Vorbereitungen der Hochschulen und eine enge Abstimmung mit dem Wissenschaftsministerium gut funktioniert“, sagte der Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen (LHK), Professor Jürgen Hesselbach.

Für die Umrüstung für den Ansturm der jungen Leute wurde die Hochschule finanziell von Bund und Land unterstützt. Eine Förderung wird auch 2012 von Seiten des Landes fließen: „Wir werden uns aber nicht auf diesem Erfolg ausruhen. Jetzt gilt es, die detaillierten Planungen für das kommende Jahr voranzutreiben. Denn auch 2012 ist mit einer fast ebenso großen Nachfrage von Studienbewerbern in Niedersachsen zu rechnen“, erläutert Wissenschaftsministerin Wanka. Wegen der gestiegenen Bewerberzahlenwerden zusätzlich sechs Millionen Euro vom Land für die Studentenwerke in Niedersachsen bereitgestellt. Diese werden jeweils zur Hälfte auf die Jahre 2012 und 2013 aufgeteilt und den fünf niedersächsischen Studentenwerken entsprechend den zusätzlich eingeschriebenen Studierenden zugewiesen.

Von Wiebke Brütt

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