Gemeinderat Bohlsen lehnt Tempo 30 im Ort ab / Bessere Bürgersteige bei Straßenausbau

Probleme für Rollstuhlfahrer

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Problem für Rollstuhlfahrer: Die hohen Bordsteine in Bohlsen haben die Einwohnerin Astrid Junghans veranlasst, einen Antrag bei der Gemeinde einzureichen.

Gerdau/Bohlsen. Nur mit Mühe kommt die Bohlsenerin Astrid Junghans mit ihrem elektrischen Rollstuhl auf den Bordstein.

Und selbst, wenn: „Es gibt im Ort Bereiche, in denen der Fußweg sehr verengt ist oder er ist vom Untergrund her für ein Befahren ungeeignet“, schildert die Bohlsenerin. Deshalb muss sie auf die Straße ausweichen. Das jedoch bringt weitere Probleme mit sich, Probleme, mit denen sich der Rat der Gemeinde Gerdau nun befasst hat.

„Ich behindere mit meinem nur Schritt fahrenden Gefährt den Verkehr, so dass es bei intoleranten Fahrzeuglenkern zu Unmutsreaktionen kommt“, berichtet Astrid Junghans. Außerdem habe sie festgestellt, dass ihres Erachtens nach Fahrzeuge viel zu schnell auf den Dorfstraßen unterwegs seien. In einem Antrag forderte sie den Rat der Gemeinde auf, ein Konzept zu entwickeln, wie ihr das innerörtliche Fahren der Bürgersteige ermöglicht werden könne.

Der Forderung nach einer grundsätzlichen Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 und nach der Verbesserung der Gehwege hatte sich die SPD/Grünen-Gruppe angeschlossen.

Doch die CDU-Fraktion lehnte die Forderung ab. Allerdings mit Einschränkungen. Burkhard Krüger, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU: „Wir wollen sowieso Straßen renovieren. Im gleichen Atemzug sollen dann auch die Bürgersteige abgeflacht werden.“

Das Problem sei erkannt. Auch, wenn die Bohlsener Mühle ihr geplantes Fernwärmenetz ausbaue, soll auf eine Verbesserung der Gehwege für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen geachtet werden. Ein Tempolimit auf 30 Stundenkilometer hingegen zöge nach sich, dass zahlreiche Schilder im Ort aufgestellt werden müssten. „Das sind immense Kosten. Ich sehe ein, dass es nicht geht“, sagt die Antragstellerin und Rollstuhlfahrerin Astrid Junghans nach der Sitzung.

Von Jörn Nolting

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