Samtgemeinde Suderburg denkt über Ausstieg aus Tourismusorganisation nach

Ein „Nein“ zur Heideregion Uelzen

+
Im Alleingang: Der Hardausee in Hösseringen ist einer der touristischen Anziehungspunkte in der Samtgemeinde Suderburg – lässt er sich auch ohne Heideregion vermarkten?

Suderburg. Ein knappes Ja zur Kündigung der Mitgliedschaft der Samtgemeinde Suderburg in der Heideregion Uelzen gab es von den Mitgliedern des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr, Feuerschutz und Tourismus.

Mit drei zu zwei Stimmen gaben die Politiker die Empfehlung an den Samtgemeinderat weiter. Ausschlaggebend war vor allem der Blick auf die Entschuldungshilfe des Landes, denn Ausgaben im Bereich Tourismus gehören zu den freiwilligen Leistungen der Kommunen. Noch warten die Suderburger auf ein postitives Signal aus Hannover. Ende Mai rechnet Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz mit einem Ergebnis.

Doch auch Schulz war bei dieser Entscheidung hin- und hergerissen: „Eigentlich kann auf eine Kreistourismusorganisation nicht verzichtet werden.“ Seit zehn Jahren ist die Samtgemeinde Mitglied des Vereins. Sollten die Suderburger nicht jetzt aussteigen, dann verlängert sich die Mitgliedschaft automatisch. Jährlich 10 000 Euro bezahlt die Samtgemeinde Suderburg. Ein weiterer Grund für Schulz ist die Unsicherheit, wie es mit der Heideregion künftig weitergehen wird. „Wenn wir jetzt kündigen, dann sind wir noch bis Jahresende Mitglied“, erklärt der Verwaltungschef.

Für eine Kündigung plädierte Hinrich Müller (SPD): „Ich habe schon jahrelang ein Problem damit, auch wenn die Heideregion gute Arbeit leistet.“ Seine Begründung: Es werde nur wenigen Leuten von dem Verein geholfen.

Dank einer Sitzungsunterbrechung durften sich dann auch die beiden Tourismusvertreter zu Wort melden. Jörg Köllner vom Campingplatz am Hardausee und Sarah Schulz, Vorsitzende des Tourismusvereins Suderbuger Land, schilderten ihren Eindruck. Sie sehen vor allem im Kartenmaterial einen großen Pluspunkt. „Ohne die Heideregion ist es schwierig, dass wir Gehör finden“, sagte Köllner vor allem mit Blick auf die Lüneburger Heide GmbH. Die Gesellschaft konzentriert sich seiner Meinung nach nur auf die „Leuchttürme“ der Region. Sarah Schulz hat Angst, dass der Tourismus in der Samtgemeinde ohne Heideregion Uelzen nicht mehr stattfände. Sie kann sich allerdings auch ein anderes Konstrukt vorstellen. Schließlich profitiere vom Tourismus die ganze Region. „Es ist schwer messbar, wieviele Buchungen über die Heideregion oder die Samtgemeinde kommen“, ergänzte die Tourismusvereins-Vorsitzende.

Michael Luther von der Wählergemeinschaft Suderburger Land sieht es kritisch, aus der Heideregion auszutreten: „Es ist der einzige Bereich, der sich weiterentwickelt.“ Doch haben die Suderburger kaum Spielraum, an anderer Stelle noch Geld einzusparen. Müller: „Wenn wir kündigen, dann ist es vielleicht auch ein Impuls für andere Samtgemeinden.“

Doch auch wenn die Samtgemeinde Suderburg jetzt wirklich kündigt, besteht immer noch die Möglichkeit, diese Kündigung zurückzuziehen, schließlich beträgt die Kündigungsfrist sechs Monate.

Von Jörn Nolting

Kommentare