Ann-Kathrin und Jörn Averbeck sind die neuen Pastoren in Gerdau und Eimke

Mittendrin im Dorfleben

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Ann-Kathrin und Jörn Averbeck, die neuen Pastoren Gerdaus und Eimkes, möchten mittendrin im Dorfleben sein.

Gerdau/Eimke. Momentan lebt das neue Pastorenehepaar Jörn und Ann-Kathrin Averbeck der Kirchengemeinden Gerdau und Eimke noch auf einer Baustelle. Im Gemeindehaus in Gerdau, wo das Ehepaar wohnt, gehen die Handwerker ein und aus.

„Wir leben momentan in einer WG mit den Handwerkern zwischen Staub und Kartons“, sagt Jörn Averbeck. Einer Baustelle wie sie auch immer die Kirche bleiben werde, denn die Arbeit am Haus Gottes höre nie auf. Morgen am Sonntag werden er und seine Frau Ann-Kathrin um 15. 30 Uhr im Gottesdienst in der Gerdauer St. Michaeliskirche zu Pastoren ordiniert und werden gemeinsam Seelsorger in den Kirchengemeinden Gerdau und Eimke – ihre allererste Pfarrstelle nach dem Vikariat.

„Wir sind Einsteiger in einem Laden, der älter und kleiner wird. Wo auch Frust und Ängste existieren, denen man begegnen muss“, sagt Jörn Averbeck. Daher sei es wichtig, alten guten Ideen auch neue Formen zu geben, wenn sie nicht mehr funktionieren, um auch jüngere Menschen anzusprechen. Das hieße aber nicht, dass sie Altbewährtes aufgeben wollen, vielmehr sollten sich Altes und Neues ergänzen, sagt der 29-jährige aus Visselhövede, der seine gleichaltrige Frau während des Studiums in Tübingen kennenlernte.

Kontakt zu den Menschen in den vielen kleinen Dörfern vor Ort zu halten, sei dabei besonders wichtig, so Ann-Kathrin Averbeck, die es aus Schwaben in den Norden verschlagen hat. „Wir wollen mittendrin im Dorfleben sein“, sagt sie. Der passionierte Tischtennisspieler Jörn Averbeck möchte daher in einem Verein seinem Hobby frönen und Ann-Kathrin Averbeck wieder mit dem Reiten anfangen.

Für das Ehepaar ist die Arbeit als Seelsorger nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. „Es ist eine Sache, für die unser Herz brennt und nicht ein Job, bei dem man einfach irgendwann Feierabend hat“, sagt Jörn Averbeck. Es gehöre dazu, rund um die Uhr für die Leute da zu sein. Es sei aber auch wichtig, einfach mal abzuschalten. „Es nützt niemanden, wenn ich aus den Latschen kippe“, sagt er. Um abzuschalten, hat Ann-Kathrin Averbeck ihr Motorrad mitgebracht, ihr Mann greift dafür zur Gitarre.

Ansonsten will das Ehepaar mit den Pastoren in den umliegenden Kirchengemeinden und den Vereinen vor Ort zusammenarbeiten. „Wir wollen über den Kirchturm hinaus denken“, so Jörn Averbeck. Regionalgottesdienste und gemeinsame Veranstaltungen könnten auch wieder mehr Menschen jeglichen Alters in die Kirche locken, so der 29-Jährige, der auch eine halbe Stelle in Wriedel hat und dort Pastor Bernd Dauer unterstützt.

Von Lars Lohmann

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