Millionenschaden in Bargfeld: 130 Feuerwehrleute löschen Produktionshalle

Großbrand in Ölmühle

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In dem Gebäude standen Geräte und Leitungen in Brand. Die Feuerwehr musste Öltanks kühlen und sich vor einer bröckelnden Photovoltaikanlage in Acht nehmen.

Bargfeld. Zu einem Millionenschaden ist es in der Nacht zu gestern im Gerdauer Ortsteil Bargfeld gekommen. Eine Ölmühle, in der Tausende Tonnen Rapsöl gepresst und gelagert werden, brannte vollkommen aus. Etwa 130 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Niemand wurde verletzt.

Der Anblick, der sich dem Bargfelder Ortsbrandmeister und Einsatzleiter Markus Kriegel kurz nach dem Alarm um 23.30 Uhr bot, war zunächst unspektakulär. Die Flammen, die in der Produktionshalle tobten, waren ihr zunächst nicht anzusehen. Aber aus dem Dach schlugen Flammen. Kurze Zeit später rollten die Wehren aus Suderburg, Eimke, Wichtenbeck, Bahnsen, Bohlsen, Gerdau, Bargfeld, Groß Süstedt sowie Drehleitern aus Uelzen an.

Am Morgen: Die Feuerwehr sicherte und kontrollierte die Brandstelle mit Wärmekameras. 

„Eine Gefahr für die Einsatzkräfte“, sagte Kriegel der AZ, „war die Photovoltaikanlage auf dem Dach. Teile der Paneele hätten herunterbrechen können. Die Seiten haben wir weiträumig sichern müssen.“ Dennoch mussten die Brandbekämpfer der geschlossenen Halle zu Leibe rücken, um eine freie „Schussbahn“ auf die Flammen zu bekommen. Unter anderem nutzten sie einen Radlader, um ein Tor einzureißen – der Angriff auf die Flammen konnte beginnen. Dabei mussten die Einsatzkräfte ständig große Öltanks neben der Halle kühlen und vor den Flammen schützen: 15 000 Tonnen Öl aus einem Tank drohten sonst zu überhitzen. Im Gebäude selbst, erklärte Kriegel, brannten Maschinen und Leitungen, Öltanks blieben darin allerdings stabil. Aus einer Leitung zwischen Gerdau und Bargfeld zapften die Feuerwehrleute Löschwasser – so viel, dass, wie Kriegel berichtet, in Bargfeld zum Teil das Wasser nicht mehr lief.

Der Kampf gegen die Flammen dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Die Ölmühle wurde aber vollständig zerstört. Am Morgen war Henning Besenthal vor Ort, einer der Gesellschafter der örtlichen Firma. Sie stellt seit 2007 aus regionalen Rapssaateinkäufen nach eigenen Angaben etwa zwei Millionen Tonnen Rapsöl her, das unter anderem als Kraftstoff dient. Besenthal war sichtlich erschüttert von der Zerstörungskraft des Feuers.

Am Nachmittag ging die Polizei von einer Schadenshöhe von über einer Million Euro aus. Sie schickte eine Gruppe Brandstoffspürhunde nach Bargfeld, um zu ermitteln, ob Brandstiftung im Spiel war. Nach Aussage von Polizeisprecher Kai Richter könne aber auch danach weder eine technische Ursache noch Brandstiftung ausgeschlossen werden. Weitere Ermittlungen folgen. Hinweise zur Brandursache nimmt die Polizei Uelzen unter der Rufnummer (05 81) 93 00 entgegen.

Von Kai Hasse

Die Bilder vom Einsatzort

Ölmühle in Bargfeld ein Opfer der Flammen

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