Gerdauer SPD kritisiert „Gemauschel“ in der Verwaltung

„Mieses und böses Spiel“

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Gerdau. Wolfgang Hahnemann nimmt kein Blatt vor den Mund. „Meine Fraktion hat das Gefühl, dass von den Beteiligten ein ganz mieses und böses Spiel mit uns gespielt wird“, fährt der SPD-Fraktionssprecher im Rat der Gemeinde Gerdau schwere verbale Geschütze auf.

Mit „Beteiligten“ meint der Genosse den Gerdauer Bürgermeister Otto Schröder, Suderburgs Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz und Fachbereichsleiter Rüdiger Lilje.

Was die SPD auf die Palme bringt, sind nicht nur die von der Verwaltung versäumte Ladungsfrist und die daraus resultierende geplatzte Sitzung des Bauausschusses am 21. August, sondern auch das „Gemauschel“ zwischen Gemeinde Gerdau und Samtgemeinde Suderburg bei der Festsetzung des Ersatztermins am kommenden Montag, 3. September. Denn, so befürchten die SPD-Politiker: „Durch die frühe Anfangszeit um 16.30 Uhr werden interessierte Bürger, die berufstätig sind, von der Sitzung auf kaltem Wege ausgeschlossen.“ Dass das Interesse an der Sitzung und den auf der Tagesordnung stehenden Anträgen zu dem Bau beziehungsweise der Erweiterung von Mastställen in der Bevölkerung entsprechend groß ist, hatte bereits der starke Besucherandrang am 21. August gezeigt. Immer wenn es brenzlig werde, spielten sich Gemeinde und Samtgemeinde den Ball so zu, dass die jeweiligen Zuständigen schnell wechseln würden, kritisiert die SPD.

Kritik, die von Gerdaus Bürgermeister Otto Schröder abprallt. „Die Geschäftsordnung sieht keine festen Uhrzeiten vor. Die Festlegung der Anfangszeiten erfolgt im Einzelfall“, meint der Christdemokrat. Und auch die Vermutung, dass die Bürger durch den frühen Beginn auf kaltem Wege von der Sitzung ausgeschlossen würden, weist Schröder energisch zurück. Es sei „provozierend und unsinnig“ Fragen und Vorwürfe in diese Richtung zu äußern. Auf AZ-Nachfrage macht der Bürgermeister deutlich, dass es zwischen Gemeinde und Samtgemeinde bei der Terminkoordination keine Abstimmungsprobleme gebe. SPD und Öffentlichkeit sollten in dieser Angelegenheit die „Fakten nicht verdrehen.“

Von Andreas Becker

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