Ausschuss gibt grünes Licht für Erweiterung / Anwohner übt scharfe Kritik

Flugplatz Barnsen: Mehr Lärm im Ort nach Hallenbau?

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Auf dem Flugplatz in Barnsen rollt Niklas Fischer, Mitglied des Flugsportvereins Cumulus, seinen Segelflieger vom Anhänger. Der Gerdauer Bauausschuss hat jetzt grünes Licht für den möglichen Bau weiterer Flugzeughallen auf dem Gelände gegeben.

Barnsen. „Wir werden hier massiv mehr Flugbetrieb und mehr Verkehr zum Flugplatz Barnsen haben. “ Diese Befürchtung äußerte jetzt ein Bürger des Ortes im Bauausschuss der Gemeinde Gerdau.

Hintergrund ist die vorgesehene Aufstellung eines Bebauungsplans für den Verkehrslandeplatz in Barnsen, der gemeinsam von Stadt und Landkreis Uelzen betrieben wird. Mit dem Plan soll der Weg freigemacht werden, falls einmal weitere Flugzeughallen gebaut werden sollen.

Doch das schmeckt dem Anwohner, der seinen Namen nicht in der AZ lesen möchte, überhaupt nicht. Er schließt nicht aus, dass der Flugplatz in Lüneburg in absehbarer Zeit geschlossen wird und dann vermehrt Flugsportler nach Barnsen kommen. „Hier soll im Vorgriff eine Möglichkeit für Menschen geschaffen werden, die außerhalb des Kreises Uelzen wohnen, ihrem Hobby zu frönen“, sagte der Anwohner. Mehr Flugzeuge bedeuteten mehr Flugbetrieb und mehr An- und Abfahrtsverkehr. „Dann werden die Interessen der Barnser Bürger hinten runterfallen“, meinte er. Der Bauausschuss, so seine Hoffnung, könne dem jedoch „einen Riegel vorschieben“.

Allerdings empfahl der Ausschuss einstimmig, den möglichen Bau zusätzlicher Flugzeughallen nicht zu blockieren. Dazu soll nun besagter Bebauungsplan aufgestellt werden. Ebenso werden die Träger öffentlicher Belange beteiligt und es ist eine Bürgerversammlung vorgesehen. Wenn es keine Verzögerungen gibt, könnte der Gerdauer Gemeinderat im dritten Quartal 2016 die Satzung für den Bebauungsplan beschließen.

„Ich nehme die Befürchtung ernst“, sagte Bürgermeister Stefan Kleuker (CDU) mit Blick auf den Einwand des Bürgers. Ein bloßes Durchwinken der Pläne werde es nicht geben. Handlungsbedarf sieht Kleuker jedoch eher bei der flugrechtlichen Erlaubnis für den Verkehrslandeplatz als beim Bebauungsplan. So sei ein Überfliegen des Ortes Barnsen verboten. Darauf möge der örtliche Flugsportverein Cumulus seine Mitglieder noch einmal hinweisen, bat Kleuker. In einem Gespräch mit dem Landkreis Uelzen habe er kürzlich auf die Belange der Barnser aufmerksam gemacht. „Es lag uns sehr am Herzen, dass sie nicht Flug- oder Verkehrslärm im besonderen Maße ausgesetzt sind“, betonte der Bürgermeister.

Zuvor hatte Carsten Zippel vom Oldenburger Planungsbüro P 3 dem Ausschuss den Vorentwurf für den Bebauungsplan vorgestellt. Auf dem Flugplatz könnte eine Fläche von etwa 5000 Quadratmetern neu überbaut werden. Die maximale Gebäudehöhe beträgt zehn Meter, nur an einer Stelle sind 13 Meter erlaubt. Wichtig sei, dass möglichst wenig Fläche versiegelt werde, erklärte Zippel. So sollen nur die Zuwegungen asphaltiert werden, über die die Flugzeuge rollen. Die Kfz-Zufahrten und Stellplätze sollen dagegen wasserdurchlässig sein.

Von Bernd Schossadowski

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