Gleise bei Suderburg: Erdungskabel von 20 Oberleitungsmasten gestohlen

Lebensgefahr durch Kabeldiebe

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Suderburg. „Das ist verantwortungslos und stellt ein umfangreiches Problem dar. “ Holger Jureczko, Pressesprecher der Bundespolizei, war am gestrigen späten Nachmittag mächtig angefressen.

Was war passiert? Bisher unbekannte Täter hatten auf den Bahnstrecke zwischen Suderburg und Unterlüß von 20 Oberleitungsmasten die Erdungskabel gestohlen. „Wenn man bedenkt, dass in der Oberleitung Strom mit 15000 Volt fließt, besteht im Umkreis von 20 Metern um einen Oberleitungsmasten ohne Erdung Lebensgefahr“, berichtete Jureczko.

Die Folge: Zur Reparatur musste gestern im betroffenen Streckenabschnitt der komplette Strom abgeschaltet werden, da die Betriebssicherheit nicht mehr gewährleistet war. Die Bahnstrecke war zwischen 14.35 und 17 Uhr gesperrt. Die Bahnkunden mussten in dieser Zeit auf der Route Hamburg-Uelzen-Hannover erhebliche Beeinträchtigungen in Kauf nehmen.

Konkret: Im Nahverkehr wurden die Passagiere zwischen Suderburg und Unterlüß in bereitgestellte Ersatzbusse verfrachtet. Im Fernverkehr wurde der komplette Verkehr zwischen Hannover und Hamburg über die Strecke nach Rotenburg umgeleitet – erhebliche Verzögerungen waren das Ergebnis.

„Gerade in eher schwer zugänglichen Bereichen – beispielsweise in Waldgebieten – kommt es öfters vor, dass Kabeldiebe am Werk sind. Kabel aus Kupfer sind begehrt. Pro Kilo Kupfer werden rund fünf Euro bezahlt“, kennt Jureczko die „Szene“. Neuere Kabel seien zwar aus Stahl, doch bei älteren aus Kupfer würden die Diebe immer wieder fündig.

Vor diesem Hintergrund und der einhergehenden Lebensgefahr appelliert der Pressesprecher an die Aufmerksamkeit der Bürger. „Wer irgendeine verdächtige Person in der Nähe von Bahngleisen sieht, kann sich an die kostenlose Hotline 0900/6888000 wenden. Dann können wir sofort kompetent reagieren“, machte Jureczko deutlich.

Von Andreas Becker

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