Sinkende Kinderzahl hat höhere Kosten zur Folge: Initiator Reinhard Dehrmann sucht Unterstützer

Kindergartenbus vor dem Aus?

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In freudige Kinderaugen blickt Fahrerin Constanze Mielke, wenn sie nach hinten blickt. Bis zum 31. Juli 2004 hat die Gemeinde Suderburg die Kosten für den Bus übernommen, inzwischen zahlt eine Elterninitiative.

Suderburg. Steht der Suderburger Kindergartenbus vor dem Aus? Der Initiator der Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Transportes zum Kindergarten, Gastwirt Reinhard Dehrmann aus Bahnsen, befürchtet genau das: „Es sind zu wenig Kinder da, deshalb müssen wir den Beitrag erhöhen. “

Mehr als 50 oder sogar 60 Euro stellen vermutlich das Maximum für die meisten Eltern dar. Am Dienstag, 14. August, findet im Gasthaus Dehrmann in Bahnsen um 19.30 Uhr ein Treffen aller Eltern und Kinder statt, die den Bus ab dem 1. September nutzen wollen. Eingeladen sind aber auch die Kinder, die nach den Ferien in die Schule kommen. Weitere Informationen gibt es bei Reinhard Dehrmann unter Telefon (0 58 26) 13 39.

Zwei Routen fährt Fahrerin Constanze Mielke mit dem Kindergartenbus: Die erste führt über Räber und Hösseringen zum Kindergarten, die zweite über Hamerstorf, Holxen, Böddenstedt und Bahnsen nach Suderburg. 18 Kinder waren es bisher, doch scheiden zum Schulbeginn acht aus. Und nur vier Kinder kommen dazu – bisher. Am Dienstag sollen deshalb möglichst alle Eltern nach Bahnsen kommen, deren Kinder am 1. September den Kindergarten besuchen werden. „Es gibt auch Kinder, die nur eine halbe Tour fahren“, sagt Dehrmann. Sie werden morgens von ihrer Mutter gebracht und mittags fahren sie dann mit dem Bus zur Oma. Sie zahlen natürlich auch nur die Hälfte. „Das ist eine gute Lösung für Familien“, findet der Gastwirt aus Bahnsen.

Das gleiche Modell gibt es nur noch in Eimke. Dort übernimmt die Gemeinde die Kosten. Das gab es in Suderburg auch mal. Bei den Zahlungen handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Gemeinde. „Bis zum 31. Juli 2004 wurde der Bus aus der Gemeindekasse bezahlt“, weiß Reinald Müller, stellvertretender Gemeindedirektor. Doch die Politik hatte entschieden, das Geld einzusparen. Schließlich hatte der Landkreis genau das im Rahmen der Haushaltskonsolidierung gefordert.

Hilfe zur Selbsthilfe war das Motto von Reinhard Dehrmann: Einen Verein wollte er allerdings nicht gründen, denn schließlich wechseln die Eltern regelmäßig. Dehrmann hält den Bus für eine „Bereicherung für die Gemeinde“, und gerade für junge Familien ist es ein gutes Service-Angebot. Nun muss er sich auf die Suche nach möglichen Geldgebern und Unterstützern machen. Am 1. September wird der Kindergartenbus in jedem Fall fahren. Dehrmann: Das Geld reicht noch für ein zwei Monate.“ Doch wie die Zukunft des Transportes zum Kindergarten aussieht, das ist laut Dehrmann im Moment noch sehr vage.

Von Jörn Nolting

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