Keine Fusion mit Suderburg?

Das Rathaus in Ebstorf: Samtgemeindebürgermeister Torsten Wendt hat dort vor kurzem die stockenden Gespräche mit der Samtgemeinde Suderburg beklagt. Archivfoto: Ph. Schulze

Suderburg - Von Wiebke Brütt. Die Fusionsgespräche im Kreis Uelzen laufen seit Monaten auf Hochtouren. Eine Kombination wird jedoch immer unwahrscheinlicher: Nachdem Torsten Wendt, Bürgermeister der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf vor kurzem stockende Gespräche mit der Samtgemeinde Suderburg beklagt hat (die AZ berichtete), spricht nun Friedhelm Schulz, Samtgemeindebürgermeister Suderburgs, gegenüber der AZ klare Worte: „Bevor wir uns in die Hände anderer geben, sollten wir alle Alternativen prüfen. Von den Vorteilen einer Fusion bin ich nicht überzeugt. Zumal es keine starken Partner gibt. Dann können wir auch gleich alleine weiter machen. Ich habe da keine Angst vor.“

Zu weiteren Gesprächen ist der Suderburger Rathauschef bereit, unter Druck möchte er sich aber nicht setzen lassen. Während das Alte Amt Ebstorf inzwischen die Fühler weiter ausstreckt und parallel zu den Gesprächen mit Suderburg auch mit Bienenbüttel und Bevensen verhandelt, bleiben die Suderburger ruhig: „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen. Wenn die Ebstorfer eine Fusion schon zur nächsten Wahlperiode umsetzen wollen, gehen wir da nicht mit. Das halte ich für nicht möglich. Außerdem sollten so weitreichende Entscheidungen nicht in so kurzer Zeit getroffen werden“, sagt Schulz.

Außerdem müssten die Suderburger laut Schulz im Fall einer Fusion einen hohen Preis für die Entschuldung zahlen: Bürger hätten weitere Wege und müssten die Schulden des Fusionspartners mit zahlen. „Unser Haushalt sieht noch ganz gut aus. Wir bauen seit Jahren kontinuierlich Schulden ab“, erklärt der Samtgemeindebürgermeister, „so durchweg positiv wie die Fusion immer dargestellt wird, ist sie nicht. Ich denke, unsere Bürger könnten es nicht verstehen, wenn wir zum Beispiel wegen des Ebstorfer Waldemars Schulden machen würden. Wir brauchen kein Freibad, wir haben den Hardausee.“

Auf die Entschuldungshilfe des Landes Niedersachsen müsste die Samtgemeinde dennoch nicht zwangsläufig verzichten. „Bevor wir uns in die Hände anderer geben, sollten wir alle Alternativen prüfen.“ Diese Alternativen sind für ihn zum einen die eigenständige Entschuldung und auch die Einheitsgemeinde. „Eine Fusion steht für mich momentan ganz hinten“, bezieht er klar Stellung.

Reizvoller als das Modell Fusion sind für den Suderburder zumindest im Moment Kooperationen mit Nachbargemeinden. Denn so könnte Suderburg eigenständig bleiben und zugleich sparen. Wie bei der Zusammenarbeit von Ebstorf und Bevensen im Bereich der Standesämter, könnte so auch in der Samtgemeinde die Verwaltung verschlankt werden, was Kosten sparen würde. „Eine bessere Aufgabenverteilung geht auch durch Kooperationen. Dafür muss man nicht fusionieren. Außerdem haben wir in den vergangenen Jahren bereits Personal abgebaut.“

Der Samtgemeinderat Suderburgs beschäftigt sich morgen mit dem Thema Fusion. Nachdem einige Mitgliedsgemeinden schon ein Votum abgegeben haben, geht es in der öffentlichen Sitzung um 19 Uhr dann um eine Grundsatzentscheidung der Samtgemeinde. „Wenn die Verwaltung den Auftrag bekommt, sich weiter um Fusionspartner zu bemühen, mache ich das natürlich.“

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