Fünfte und sechste Klassen der Oberschule Suderburg ernten Äpfel, um Saft und Kuchen herzustellen

Keine Angst vor Fallobst

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Die Schüler der Oberschule Suderburg hatten viel Spaß beim Aufsammeln der reifen Äpfel, die beim Schütteln an den Ästen auf die Plane am Boden fielen. Natürlich landete der eine oder andere Apfel nicht in den Kisten, sondern gleich im Mund.

Bargfeld. In sattem Rot und saftigem Grün haben die Apfelbäume am Wichtenbecker Weg in Bargfeld in den letzten Tagen auf ihre Ernte gewartet. Gestern war es soweit, als Bauer Hans Constien mit seinem Traktor auf dem Wirtschaftsweg vorfuhr.

Seine Ladung auf dem Anhänger: 32 Kinder der Hardautal-Schule. Von 8. 30 Uhr bis Mittag ernteten sie fleißig Äpfel, um sie zu Kuchen und Saft zu verarbeiten.

Sie stiegen auf Leitern, schüttelten Bäume, ernteten Äpfel mit der Hand und dem Pflücker und verluden volle Obstsäcke und -kisten. Für die Zehn- bis Zwölfjährigen war es ein Schultag der besonderen Art. „Die Schlechten sortieren wir gleich aus“, erklärt Luana. Freundin Finja hat Gefallen an dem Apfelpflücker gefunden, mit dem sie vom Boden aus einzelne Früchte ernten konnte. „Das Pflücken macht Spaß“, bestätigte sie. „Der Saft, den wir später herstellen, schmeckt auch lecker.“

Das Apfelpflücken der Suderburger Oberschule hat mittlerweile Traditon. Was auf den ersten Blick nach bloßem Obsternten aussieht, hat einen pädagogischen Hintergrund. „Uns ist wichtig, dass unsere Kinder theoretisches Wissen aus dem Unterricht auch in der Praxis erleben“, erklärte Mike Finke, der vor fünf Jahren mit Förster Hans-Christian Kirschstein die Aktion gestartet hat. Seitdem ersteigern sie jedes Jahr bei der Gemeinde Suderburg einige Apfelbäume zum Ernten. Neu war diesmal, dass die fünfte Klasse von der sechsten, die letztes Jahr Äpfel geerntet hat, unterstützt wurde. „Wir wissen, wie es geht und helfen den Jüngeren“, erzählte Hans. Dass gemeinsames Äpfelpflücken die Klassengemeinschaft fördert, bestätigte auch Lehrerin Simone Plachetka: „Unsere Schüler lernen, dass sie manche Dinge nur gemeinsam schaffen.“ So halfen sie sich gegenseitig beim Tragen der vollen Apfelsäcke und hielten die Leiter fest, wenn ein Schüler auf dem Baum klettern wollte.

An der Technik wurde auch gefeilt. Immer wieder steigt der Förster mit der Leiter ganz hoch in die Bäume, um kräftig an den Ästen zu schütteln. Angst vor Fallobst hatten die jungen Erntehelfer nicht, die sofort alle Äpfel von der Plane am Boden aufsammelten.

Schnell füllten sich die ersten Säcke und Kisten mit dem Kernobst, die von den Kindern auf Anhänger verladen wurden. Alle Äpfel schafften es nicht bis dahin – sie wurden vorher schon aufgegessen.

Während der Großteil der Ernte in die Mosterei gebracht wurde, nahmen die Kinder einige Säcke gleich mit in die Schule, um aus ihnen Kuchen zu backen und Saft zu pressen. Der Saft aus der gesamten Ernte reicht, um ein Schuljahr lang in den Pausen naturbelassenen Apfelsaft zu verkaufen. Auch auf dem Suderburger Weihnachtsmarkt bietet die Schule ihren hauseigenen Apfelsaft an. Voriges Jahr enteten die Schüler 1,5 Tonnen Äpfel.

Von Sandra Hackenberg

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