Ostfalia erhält 780 000 Euro Förderung für Forschungsprojekt / Neues Institut geplant

„Kein Tropfen Wasser zu viel“

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Ressourcenschonende Bewässerung ist das Ziel eines Forschungsprojekts der Ostfalia in Suderburg, das mit rund 780 000 Euro gefördert wird. In eineinhalb Jahren soll ein neues Institut in Suderburg aus dem Projekt entstehen.

Suderburg. Geldsegen für die Ostfalia in Suderburg. Rund 780 000 Euro Fördergeld von der Europäischen Union fließen in ein neues Forschungsprojekt.

Das Projekt haben die Wasserbauer der Ostfalia zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Göttingen und des Thünen Instituts in Braunschweig sowie in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gestartet. Sie erforschen die sensorgestützte Bewässerung von Kartoffeln. Doch soll dies laut Professor Dr. -Ing. Klaus Röttcher von der Fakultät Bau-Wasser-Boden nur der Startschuss für ein Institut für nachhaltige Bewässerung an der Ostfalia sein. In eineinhalb Jahren solle so ein Leuchtturm für die Region entstehen.

Klaus Röttcher.

„Wir wollen nicht irgendwo am grünen Tisch Forschung betreiben, sondern gleich in die Praxis umsetzen“, erklärt Röttcher. Daher arbeite man bei dem drei Jahre dauernden Projekt auch mit einem Landwirt aus Wrestedt zusammen, um gleich die Ideen praktisch umsetzen zu können. „Es gilt: kein Tropfen Wasser zu viel“, so Röttcher. Gleiches gelte auch für das noch zu gründende Institut. Dort solle praxisnah an Wasser sparenden Verfahren für die Bewässerung geforscht werden.

Die Idee zur Institutsgründung entstand im Rahmen der Initiative Smart-Region der Süderelbe AG. Dort wurde die Idee eines Instituts für nachhaltige Bewässerung als ein regionales Leitprojekt entwickelt. Die Entscheidung sei nur logisch, da der Nordosten Niedersachsens das größte Beregnungsgebiet Deutschlands sei, sagt Dr.-Ing. Jürgen Glaser, Prokurist der Süderelbe AG. Außerdem habe man mit der Ostfalia in Suderburg gleichzeitig wissenschaftliche Kompetenz und Expertise vor Ort. Die Region und die Landwirtschaft könnten wirtschaftlich profitieren. Außerdem könnte das Institut nach Europa und in die Welt ausstrahlen. „So etwas gibt es einfach noch nicht in Deutschland“, sagt Glaser.

Bei dem Projekt soll mit Hilfe von Wärmebildkameras der Wasserbedarf der Pflanzen ermittelt werden. „Die Kartoffeln schwitzen, um sich abzukühlen“, erklärt Röttcher. Durch die Verdunstung des Wassers würden dann Temperaturunterschiede entstehen, und so könne der Wasserbedarf für die jeweilige Pflanze punktgenau ermittelt werden. Denn Kartoffeln, die nicht genug Wasser bekommen haben, verdunsten auch kein Wasser und seien wärmer. Die Folge wäre ein niedrigerer Wasserverbrauch bei der Bewässerung. „Jetzt geht es vor allem darum, eine für die Landwirte umsetzbare Lösung zu entwickeln“, so Röttcher.

Von Lars Lohmann

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