Erster Widerstand aus der Gemeinde Gerdau gegen alternativen Vorschlag der Bahn zur Y-Trasse

Kampf gegen Gleise durch die Natur

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Gerdaus Bürgermeister Otto Schröder (2. von links) zeigt Henning Otte (links) und Jörg Hillmer (3. von links) sowie Stephan Appelt, Dr. Conrad Welp und Jan Schröder den Verlauf der Variante zur Y-Trasse, die zwischen Schafstall und dem Hochsitz im Hintergrund führt.

Bohlsen/Landkreis. Sie zerschneidet Ortschaften wie Wessenstedt und Hohenbünstorf oder Böddenstedt und Klein Süstedt: die geplante Variante der Y-Trasse der Deutschen Bahn für den Güterverkehr von Ashausen nach Suderburg.

Besonders betroffen ist der Ort Bohlsen, denn dort verläuft nicht nur die Trasse, sondern es soll eine Abzweigung zum Veerßer Bogen errichtet werden. „Es bahnen sich erhebliche Probleme an“, sagt der Bohlsener CDU-Politiker Wilhelm Schröder. Durch die Trasse und die Abzweigung würde das gesamte Steinbachtal zerstört werden – ein Naherholungsgebiet für die Stadt Uelzen – und das mit einer Goldmedaille beim Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnete Bohlsen müsste Einschnitte in Landschaft und Natur hinnehmen.

„Auf Landschaft und Kultur wird keine Rücksicht genommen“, bedauert Wilhelm Schröder und wirft der Deutschen Bahn vor allem vor, dass nicht ausreichend informiert wurde. Auch sein Bruder Otto Schröder, Bürgermeister der Gemeinde Gerdau, fühlt „sich auf den Arm genommen“. Mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Henning Otte und dem CDU-Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer haben sich die Vertreter der Suderburger Christdemokraten gestern Verstärkung nach Bohlsen geholt. „Ich spreche mich gegen den Neubau von Strecken im Landkreis Uelzen aus“, betont Otte. Sowohl Otte als auch Hillmer kritisieren die „Heimlichkrämerei“ der Bahn. Detaillierte Karten seien nur nach langer Recherche im Internet zu finden. Dort findet sich beispielsweise auch die Trassenführung zwischen Ashausen und Unterlüß. Bei einem möglichen Bau dieser Gleise wären Wriedel, Eimke und Dreilingen besonders betroffen.

Hillmer hält es nun für besonders wichtig, dass sich in der Region eine geschlossene Meinung bildet. „Wir müssen es nicht begründen, sondern nur unsere Meinung kundtun“, sagt der Landtagsabgeordnete. Schließlich werde der Widerstand bewertet – und gibt es keinen, dann werde es von der Bahn dementsprechend zur Kenntnis genommen.

Die ersten Termine stehen bereits: Eine Info-Veranstaltung der Gemeinde Gerdau findet am morgigen Freitag um 20 Uhr im Schützenhaus Bohlsen statt und heute will der Suderburger Samtgemeinderat eine Resolution erstellen. Die Sitzung findet um 19 Uhr im Haus am Landtagsplatz statt.

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